Samstag, 28. November 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (I)

Das wissende Feld

Journalisten gehören zu einem seltsamen Völkchen. Sie halten ihre Nase in den Nachrichtenwind, doch manchmal müssen sie gar nicht schnuppern. Denn es gibt auch Einrichtungen wie die Jugendhilfe Lüneburg als gemeinnützige GmbH. Die hinterlässt ihre erste Duftmarke per Anwalt aus Hamburg. Die stinkt inzwischen einigen.

Denn dieser Anwalt kündigt dem Wilhelmshavener Internet-Redakteur Heinz-Peter Tjaden Erschröckliches an. Sollte der nämlich nicht zwei Kommentare aus seinem blog http://kinderunwohl.blogspot.com wieder entfernen, wäre Folgendes zu erwarten: “Für die Zukunft kündige ich daher an, dass meine Mandantin die ihr zustehenden Unterlassungsansprüche wegen der Verbreitung rechtswidriger Äußerungen auf Ihrem Internet-Blog Ihnen gegenüber vehement verfolgen wird.” Und zwar notfalls auch so: mit der Lüftung von Patienten-Geheimnissen.

Beigefügt ist diesem Anwaltsschreiben eine Vollmacht, unterschrieben vom Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch. Die gehört zur Jugendhilfe Lüneburg. Der Geschäftsführer heißt Matthias Lange. Der lässt den Professor Dr. Ruthard Stachowske machen.

Dessen Name taucht auf den Internet-Seiten einer österreichischen Einrichtung, die sich ebenfalls der Drogentherapie widmet, in einer Literaturliste auf, in der auch der Name Virginia Satir steht. Diese Psychotherapeutin bildet seit den 1960er-Jahren Familien nach und hat großen Einfluss auf die Arbeit von Bert Hellinger, geboren am 16. Dezember 1925 in einem Ort, der uns wegen Boris Becker ein Begriff ist. Genau: in Leimen. Dieser 83-Jährige hat viele Jahre in Südafrika eine Missionsschule geleitet, später trat er aus dem Orden Marianhiller Missionare wieder aus und legte sein katholisches Priesteramt nieder. Inzwischen ist Bert Hellinger höchst umstritten, Kritiker bezeichnen ihn als “Psycho-Guru”.

Dieser 83-Jährige ist viel unterwegs, seine Anhängerinnen und Anhänger nennen sich “Familienaufstellerinnen” und “Familienaufsteller“. Heißt: Bei Seminaren übernehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Zwecke der Konfliktbewältigung eines Patienten die Rolle von Familienmitgliedern. Gebildet werde so ein “wissendes Feld”. Eine Insiderin behauptet noch mehr: Solche Sitzungen finden auch in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch statt. Ihre Aufgabe bei solch einem Treffen: gelbe Rosen und einen goldenen Kelch im Gruppenraum vor Seminarbeginn auf eine Decke stellen, am Abend wieder nach draußen bringen.

Veröffentlicht am 13. Juni 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (II)

Wege gelingender Zusammenarbeit?

Zeitlich zwischen gelbe Rosen, goldenen Kelch und Decke hinein- und gelbe Rosen, goldenen Kelch und Decke wieder hinausbringen, könnte dies geschehen: Den Patientinnen wird die Familien-Geschichte ihrer Drogensucht erzählt. In einem Rollenspiel. Das für zwei Sitzungsteilnehmerinnen aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch laut Bericht der Rosen-, Kelch- und Deckenträgerin nach drei Tagen diese Folgen gehabt haben soll: Die eine war dermaßen verwirrt, dass sie nicht mehr wusste, wo sie hinlief, die andere war dermaßen aggressiv, dass sie ihre Wut tagelang an einem Sportgerät ausließ.

Ob auch das für den Leiter der Einrichtung “Wege gelingender Zusammenarbeit” sind, muss noch genauer erforscht werden. Auf jeden Fall hat Professor Dr. Ruthard Stachowske am 20. Juni 2006 einen Vortrag zu diesem Thema gehalten. In diesem Referat beschäftigte sich der dreifache Vater mit der Frage “Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem System der Generationen und der Entstehung von Drogenabhängigkeit?”

Wer sich eine solche Frage hat einfallen lassen, neigt nicht zu Zweifeln an einer solchen These, die in einem Zeitalter einer steigenden Zahl von so genannten “Patchwork-Familien“ fürwahr ein immer weiteres Feld der therapeutischen Träume öffnet.

Doch in diesem Referat dieses Honorarprofessors an der Evangelischen Hochschule Soziale Arbeit zu Dresden klingt noch viel mehr merkwürdig, zumal es auch noch die Folien 84 und 85 gibt. Auf Folie 84 steht: “…dass in annähernd allen Familiensystemen Täter- und Opfergenerationen des Zweiten Weltkrieges sich durch Heirat miteinander verbunden haben.” Auf Folie 85 steht: “Das bedeutet, das in diesen Familien eine kulturelle Identität verbunden werden sollte, die tatsächlich nicht zu verbinden war.”

Und schon nehmen die Kinder Drogen? Zwar könnte es auch andere Sucht-Gründe geben, aber in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch hält man Erfahrungsberichten zufolge geradezu unverdrossen Kurs auf Erweiterung des Familiensystems, bis endlich jemand gefunden worden ist, dessen kulturelle Identität nicht mit den anderen kulturellen Identitäten hätte verbunden werden dürfen. Störenfriede gehören zum System.

Bedauerlich findet Professor Dr. Ruthard Stachowske in seinen Vorträgen, dass es hier zu Lande auch noch ein Rechtssystem gibt, das mit seinen Therapie-Vorstellungen nicht so ganz in Einklang zu bringen ist. Davon soll er sich gelegentlich ablenken, indem er Patientinnen die Frage stellt: “Findet ihr mich attraktiv?” Als Journalist lernt man: “Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.” Als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch auch?
Der bestreitet übrigens ganz energisch, dass er nach der Hellinger-Methode arbeitet.
Veröffentlicht am 15. Juni 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (III)

Artikel 6 Absatz 2 des Grundgesetzes immer dabei

Hält Professor Dr. Ruthard Stachowske einen Vortrag, hat er das Grundgesetz dabei. Ob in Cloppenburg oder in Weimar, der erste Satz von Artikel 6 Absatz 2 wird von ihm zitiert. Er lautet: “Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.” Dabei schaut der Referent auch in den Bauch einer schwangeren Frau. Das Kind, das darin heranwächst, müsse geschützt werden. Vor Drogen. Stachowske unterscheidet ausdrücklich nicht zwischen legalen und illegalen Drogen. Schlecht für das Kind seien sie schließlich alle.

Gern stattet er in diesem Vortragsstadium dem Bundesverfassungsgericht einen Besuch ab und verweist auf die Ausführungen der obersten Richter zu Abtreibungen. So spannt Stachowske einen Bogen für das so genannte “Kindeswohl”, der juristisch auf tönernen Füßen steht. Das weiß der Professor und ersinnt Möglichkeiten, wie es ihm gelingen könnte, das von ihm propagierte Familiensystem zu erweitern, ohne dass jemand auf die Idee kommt, sich in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch über die Auswirkungen zu informieren.

Die kennt eine heute 48-Jährige aus eigener Erfahrung. Ulrike Krüger (Name geändert) entscheidet sich Anfang 2003 für diese Einrichtung, denn: “Mir war es wichtig, dass ich zusammen mit meinen Kindern eine Therapie machen konnte.” Das hätte eine gute Entscheidung sein können, denn im Internet stellt sich die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch , die 1993 von der Jugendhilfe Lüneburg gegründet worden ist, so vor: “Sie war eine der ersten Einrichtungen in der Bundesrepublik, in der (drogen-)abhängigkeitskranke Eltern und ihre Kinder an einer gemeinsamen Therapie teilnehmen können. Die TG Wilschenbruch ist heute bundesweit eine der größten Einrichtungen dieser Art und sie bietet eines der am weitesten entwickelten Therapiekonzepte für Kinder aus drogenkranken Familiensystemen an.”

Nun kennt Professor Dr. Ruthard Stachowske sicherlich auch den Artikel 1 des Grundgesetzes. Der erste Absatz lautet: “Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.” Vor 38 Jahren hat zwar der “konkret”-Kolumnist E. A. Rauter in seinem Buch “Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht” kritisch angemerkt, dass die Verfassungsväter mit dieser Formulierung zu kurz gesprungen seien, aber wenn stimmt, was Ulrike Krüger nach knapp 15 Monaten Therapie über die Einrichtung berichtet, ist dieser Grundgesetzartikel als Messlatte ausreichend: “Die Klienten, die schon länger da waren, wurden angeschrieen, unterdrückt und gedemütigt.”

Wir werden uns also mit den Erfahrungen von Ulrike Krüger näher befassen müssen. Andere haben ähnliche gemacht.

Veröffentlicht am 17. Juni 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (IV)

Tagelang nur Beobachtung

Geht in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch der Psycho-Krug so lange zum therapeutischen Familiensystem-Brunnen, bis jemand berichtet? Der Leiter der Einrichtung scheint das zu befürchten. Professor Dr. Ruthard Stachowske hat bereits einen Anwalt aus Hamburg eingeschaltet. Damit dürfte diese Serie zumindest zwei sehr aufmerksame Leser haben. Doch es sind mehr Leserinnen und Leser. Die liefern Informationen. Andere findet man im Internet.

Beispielsweise auf den Seiten der Evangelischen Hochschule Soziale Arbeit in Dresden. Dort ist Ruthard Stachowske Honorarprofessor und in seinem Steckbrief steht über seine “wissenschaftlichen Interessen“: “die verdrängten Geheimnisse in Kultur und Gesellschaft, die die Entwicklung der z. T. schweren Störungsbilder, von Eltern, Kindern und Generationen bedingen, so u. a. die Folgen von Krieg, Flucht, Vertreibung und Nationalsozialismus”.

Viele von uns kennen die Behauptung, das deutsche Volk trage eine Kollektivschuld für die Verbrechen des Hitlerfaschismus, 68-er haben darüber hitzige Diskussionen geführt, doch heute gibt es Generationen, die sich über dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte kaum noch Gedanken machen. Sollten sie aber - und zwar nicht nur, damit sich so etwas nie wiederholt? Gräbt Ruthard Stachowske etwa auch in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch nach diesen “Geheimnissen in Kultur und Gesellschaft”? Eine ehemalige Patientin berichtet: “Wenn sie die Ursachen für Probleme nicht im näheren Umfeld finden, sagen sie, dass man eben zwei Generationen weiter gehen müsse.”

Das kann dauern - und viele Kinder sind inzwischen bei Pflegefamilien oder in Heimen. Im Netz lobt sich die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch selbst für ihre Konzepte, mit denen Kindern von Drogenabhängigen geholfen werde. Der nächste Absatz lautet: “Neben der alltäglichen therapeutischen Praxis wurde hier fortwährend auch wissenschaftliche Grundlagenarbeit geleistet, um die vor- und nachgeburtliche Entwicklung und die Lebensbedingungen dieser besonderen Gruppe von Kindern zu dechiffrieren.”

Die Patientinnen und Patienten nehmen also an einem Feldversuch teil? Und wie sieht die Versuchsanordnung aus? Hören wir dazu Ulrike Krüger (Name geändert), die mit ihren beiden Mädchen (12 und sieben Jahre alt) im Februar 2003 in diese Einrichtung gekommen ist. Über ihren ersten Tag berichtet die 48-Jährige: “Eine Klientin begrüßte uns, andere nahmen unsere Sachen und brachten sie in den so genannten ´Filzkeller´. Meine Töchter und ich wurden ins Badezimmer geführt, wo wir uns ausziehen mussten und die so genannte ´Hauskleidung´ bekamen. Geld, Handy, Personalausweis, Krankenkarte, Fotos und Musik, alles wurde eingeschlossen auf dem Dachboden.” Nach der Besichtigung des Zimmers folgt eine Vorstellungsrunde im Tagungsraum und dann: “Ich bekomme die Konzeption in die Hand gedrückt. Dann ließ man uns tagelang links liegen. Wir wurden nur beobachtet.”

Veröffentlicht am 20. Juni 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (V)

Christoph Daum also auch

Die ersten Tage in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch: Ulrike Krüger (Name geändert) fühlt sich beobachtet und fragt sich immer mehr: “Was ist hier eigentlich los?” Professor Dr. Ruthard Stachowske dagegen gehört als Leiter dieser Einrichtung zu den Beobachtern, die mit Blick auf die Gesellschaft Gefährliches entdecken: eine Drogenepidemie.

Die beinahe sogar in der Fußballbundesliga um sich gegriffen hätte, könnte man hinzufügen, wenn man an eine eher tragikomische Geschichte denkt, die am 20. Oktober 2000 ihrem Ende zugestrebt ist, als Reiner Calmund als Manager von Bayer 04 Leverkusen gegen 15.10 Uhr erklärte: “Christoph Daum ist ab sofort nicht mehr Trainer…Er hat am späten Freitag Abend die Geschäftsführung des Clubs um die sofortige Entbindung von seinen Aufgaben gebeten. Dieser Bitte ist entsprochen worden.”

Bis dahin hatte der damals 47-jährige Fußballlehrer die Fußballnation an der Kokain-Nase herumgeführt. Christoph Daum, 178 Zentimeter groß, 75 Kilogramm schwer, dunkelblond, Schuhgröße 42, unternahm einen letzten Anlauf für eine weitere Veräppelung und ließ am gleichen Tag eine Erklärung verlesen, in der es unter anderem hieß: “Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Köln hat mir am gestrigen Freitag Nachmittag die Ergebnisse meiner Haarprobenanalyse zukommen lassen. Auf Grund der mir übermittelten Daten, die ich anzweifle und mit einer zweiten Probe widerlegen werde, sehe ich mich nicht mehr in der Lage, meine Tätigkeit bei Bayer 04 Leverkusen fortzusetzen.”

Und schon stellte der Autor Peter Grunert in einem Buch die Frage: “Daum: War es ein Komplott?” Hätte Ruthard Stachowske dieses Werk verfasst, hätte der Titel wohl gelautet: “Daum: Opfer der Drogenepidemie?” Die übrigens, wenn es sie denn gäbe, niemand mit irgendeiner Therapieform bekämpfen könnte, sondern nur politisch, wirtschaftlich und mit einer konsequenten Verfolgung skrupelloser Kartelle.

Solche Gedanken hat sich Ulrike Krüger natürlich nicht gemacht, als 14 Tage in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch hinter ihr lagen. Statt dessen hegte sie Fluchtgedanken. “Ich wollte da weg”, sagt sie und denkt an Szenen, die in einem Gruppenraum begonnen haben sollen. Eine Therapeutin habe sich mit geballten Fäusten vor ihr aufgebaut und sei dann vor die Tür gesprungen: “Wenn du jetzt hier raus gehst, ist das ein Abbruch.” Später sei sie ins Dienstzimmer dieser Therapeutin gebeten worden. Die habe gesagt: “Die Gruppe verlassen, das Grundstück verlassen oder das Gartentor öffnen, ist ein Abbruch.”

Dann erzählt Ulrike Krüger, was auch andere Betroffene erzählen: “Es hat nicht lange gedauert, bis meine Töchter nicht mehr bei mir waren. Sie waren bei anderen Müttern. Dafür waren Kinder der anderen bei mir im Zimmer.”

Veröffentlicht am 24. Juni 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (VI)

Nur ohne deine Kinder

Nicht nur Ulrike Krüger (Name geändert) ist in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch schnell von ihren eigenen Kindern getrennt worden. Auch hier stimmen die Berichte von Betroffenen überein. Professor Dr. Ruthard Stachowske als Leiter der Einrichtung wird vielleicht auch die als “unwahre Tatsachenbehauptungen” und als “ehrverletzende Schmähkritiken und Herabsetzungen” einstufen, wie das sein Hamburger Anwalt am 28. Mai 2009 in einem Schreiben an mich getan hat, das man wohl als Abmahnung einstufen muss. Manchmal schaltet Ruthard Stachowske sogar die Staatsanwaltschaft ein. Dieses Vorgehen scheint in ein Charakterbild zu passen, zu dem gehören sollen: “drei Stunden lang hat er sein Team angeschrieen”, “er übernimmt das Kommando und sagt, eure Mutter möchte gehen, aber ihr bleibt hier”.

Doch es gibt auch positive Erfahrungsberichte aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch. Auf den Internetseiten der Einrichtung. Zwei. Sabine, 32 Jahre alt, erzählt: “Mein Sohn hat hier auch viel gelernt. Das wichtigste ist aber, dass er gesund geworden ist. Es macht mir viel Spaß und Freude zu sehen, wie er sich entwickelt.” Ob Sabine das aus unmittelbarer Nähe beobachtet, kann dieser Schilderung nicht entnommen werden. Andere berichten von einer Scheibe, die Mutter und Kind trennt, von einem kurzen Kinderblick durch einen Türspalt und schon ist die Tochter wieder verschwunden.

Ulrike Krüger ist aus dieser Einrichtung nicht so schnell verschwunden, wie sie sich das vorgenommen hat. Drei Monate vergehen. Mit zwei anderen Müttern will sich Ulrike Krüger aus dem Staub machen. Ihre Kinder wollen sie mitnehmen. Doch: “Das ging voll nach hinten los. Eine der Mütter hat uns verraten. Der Alptraum begann. Tagelang wurden ´Linkenrunden´ mit der Gruppe und mit dem Team gebildet.” Schließlich kommen auch die Kinder.

Die 48-Jährige erinnert sich so: “Wir drei Mütter saßen in der Mitte des Saals und alle 30 Klienten drum herum. Das Team, sieben Leute, rechts von uns. Die Kinder saßen uns gegenüber. So, hieß es dann, Ulrike, erzähl doch mal deinen Töchtern, was du vorhast. Aber ich blieb stumm.” Auf diese Weise seien 30 Minuten vergangen, bis Ruthard Stachowske angekündigt habe, die Töchter von Ulrike Krüger “in Obhut” nehmen zu wollen.

Die anschließenden Schilderungen wirken wie Szenen aus einem schlechten Film. Geschehen sein soll dies: Ruthard Stachowske flüstert einer Patientin etwas ins Ohr, diese Patientin geht und kehrt nach kurzer Zeit mit drei Umschlägen zurück. Jede Mutter bekommt einen Umschlag. Der Leiter der Einrichtung sagt: “Hier ist Geld drin. 70 Euro. Damit ihr gehen könnt. Aber natürlich ohne eure Kinder.”


Veröffentlicht am 27. Juni 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (VII)

Eigenes Institut ist Goldes wert

Die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch macht seit 16 Jahren Therapeutinnen und Therapeuten. Diesen Eindruck haben Ehemalige. Frauen und Männer werden von ihrer Sucht befreit und befreien fortan andere von Drogen. Institute, die sich auf die Ausbildung solcher so genannter “Aufstellerinnen” und “Aufsteller” spezialisiert haben, gibt es in vielen Städten. Professor Dr. Ruthard Stachowske als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch hat ein eigenes.

Eigenes Institut mag zwar therapeutisches Goldes wert sein, aber es gibt auch Ausreißerinnen. Eine von ihnen hat bei VW gelernt, war pädagogische Mitarbeiterin von Stachowske, studierte in Lüneburg Sozialpädagogik, bekam in diesem Jahr bei RTL 2 eine Fernsehrolle und hat es eines Tages wieder bis nach Südniedersachsen geschafft. Dort läuft sie einem Ex-Wilschenbrucher über den Weg und verschwindet schnell wieder von der Straßen-Bildfläche, taucht dann zum Erstaunen dieses kurzzeitigen Weggefährten in einem anderen Team auf, dazu gehört ein Drogentherapeut, der sich im Auftrag eines privaten Fernsehsenders ein paar Abhängige schnappen und sie auf Mallorca - aber flott - von ihrer Krankheit erlösen soll, denn “Erwachsen auf Probe” als einer der Tiefpunkte der TV-Kultur schreit wohl geradezu nach Drogenentzug vor laufender Kamera. Ob auch hin und wieder sturzbetrunkene deutsche Touristinnen und Touristen durch das Bild wanken dürfen, bleibt abzuwarten.

Den Werdegang der Ausreißerin verfolgt der Südniedersachse nach der zufälligen Begegnung mit einem gewissen Schmunzeln und erinnert sich daran, dass er in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch unter ihren Fittichen ein ganz Besonderer hätte werden können, der sogar mit der Hand auf den Tisch schlagen darf, wenn im Team alle durcheinander schnattern, so dass auch ganz besondere Wilschenbrucher nur schwer Gehör finden und dafür nach einer kurzen Aus-Zeit auf dem Zimmer mit Worten des Bedauerns ob der zu großen Lautstärke bei einer Besprechung überschüttet werden.

Denn: Wer dazu gehören will, muss manchmal auch in Klausur gehen. Wie Ulrike Krüger (Name geändert) nach dem gescheiterten Fluchtversuch. Was die in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch bedeutet, schildert die 48-Jährige so: “Tage lang, hin und wieder auch Monate lang kein Kontakt zu deinen Kindern und zur Gruppe. Man sollte über sich nachdenken und seine Gedanken aufschreiben.”

Für die Kleinen habe es zu diesem therapeutischen Zwecke im Teambereich Stühle gegeben. Ulrike Krüger: “Dort saßen die Kinder Tage, in den Ferien sogar Wochen von 8 bis 21 Uhr, wenn sie den Hof nicht ganz sauber gefegt hatten.”

Bei so viel Strenge schlägt niemand so schnell über die Stränge, könnte in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ein weiteres Motto lauten, das Regelwerk sei umfassend, erzählt Ulrike Krüger: zweimal in der Woche in der Gruppe Musik hören, im Fernsehen nur die Nachrichten, am Wochenende ein Videoabend.

Die Liebe dagegen hält sich nach Auskunft eines ehemaligen Bundespräsidenten weder an Regeln noch an Gesetze - außer in Wilschenbruch. Dafür soll der Gemeinschaft ein so genanntes “Beziehungszimmer” angegliedert sein. Wollten Frischverliebte dort ungestört sein, müssten sie einen Antrag stellen und dem Team vorher und nachher Bericht erstatten.

Veröffentlicht am 2. Juli 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (VIII)

Mutter wird "hart dran genommen"

Nach eigenen Angaben therapeutisch weitergebildet hat sich Professor Dr. Ruthard Stachowske als pädagogischer Rollenspieler, als Gestalt- und als systemischer Familientherapeut, außerdem als Traumaberater. Ulrike Krüger (Name geändert) spricht auch nach über fünf Jahren über ihre Zeit in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch noch so, als habe sie die Einrichtung erst gestern verlassen. Stundenlang erzählt sie, immer wieder fragt sie sich, wie ihr geschehen ist und ihre Therapeutin sage: “Wenn ich das alles gewusst hätte, hätte ich Sie dort nie hingeschickt.” Die Flyer, mit denen Stachowskes Gemeinschaft Werbung mache, sei aus vielen Praxen verschwunden.

Als Mutter von zwei Kindern habe man sie “hart dran genommen”, begründet worden sei das von Ruthard Stachowske mit der Verantwortung für die Erziehung des Nachwuchses. Nach 14 Monaten sei sie endlich abgehauen: “Mein Herz schlug bis zum Hals vor lauter Angst, dass sie mich schnappen. Ist das nicht verrückt? Ich war doch freiwillig in Therapie gegangen.” Bei der Ursachenforschung für diese Angst fällt der 48-Jährigen ein: “Ganz oft wurde uns in den Gruppen gedroht: Wer irgendetwas nach draußen dringen lässt, bekommt eine Anzeige.”

Inzwischen sind die beiden Mädchen wieder bei Ulrike Krüger. Nach ihrer Flucht aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch übernahm eine Pflegemutter die Betreuung ihrer Kinder. Die habe “ganz in der Nähe” gewohnt.

Vier Stunden hat dieses Gespräch gedauert. Die 48-Jährige beendet es mit den Worten: “Professor Stachowske redete uns immer ein, dass wir draußen allein nicht zurecht kämen.” Das schafft Ruthard Stachowske aber auch nicht immer. Manchmal braucht er einen Anwalt zur “vehementen Verfolgung” seiner Interessen. Mir ist diese Verfolgung am 28. Mai 2009 angekündigt worden. Seither verfolgt der Anwalt des Professors offenbar ganz genau, was ich im Netz veröffentliche. Beispielsweise das Schreiben des Anwaltes als PDF-Datei im blog http://behoerdenmuehlen.beeplog.de. Dieses blog hat der Jurist inzwischen sperren lassen. Zwei andere auch. Begründung: Er habe die Veröffentlichung nicht autorisiert.

Von öffentlichem Interesse ist aber durchaus, womit dieser Anwalt im Auftrag der Jugendhilfe Lüneburg als Betreiberin der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch gedroht hat. Es sei hier noch einmal wiederholt: “Meine Mandantin und deren Mitarbeiter unterliegen hinsichtlich der betreuten Personen und der damit zusammenhängenden Vorgänge einer Schweigepflicht nach § 203 StGB (Strafgesetzbuch). Aus diesem Grund werden in dieser außergerichtlichen Korrespondenz daher familiengerichtliche Beschlüsse oder Urteile sowie Dokumente der Jugendämter zu Beweiszwecken nicht vorgelegt, da Mitarbeiter meiner Mandantin sich hierdurch strafbar machen würden.

Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass im Rahmen der Durchsetzung zivilrechtlicher Unterlassungsansprüche Ihnen gegenüber vor den ordentlichen Gerichten meine Mandantin unter dem Gesichtspunkt des rechtfertigenden Notstands nach § 34 StGB zur Abwehr rechtswidriger Angriffe auf Vermögen und Ehre befugt ist, solche Geheimnisse zu Beweiszwecken zu offenbaren. Das wird meine Mandantin notfalls auch tun.”

§ 34 StGB lautet: “Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.“

Das geschützte Interesse wären also das Vermögen und die Ehre von Professor Dr. Ruthard Stachowske, das beeinträchtigte Interesse die Verletzung der Schweigepflicht. Ob der Gesetzgeber das so gemeint hat?

Veröffentlicht am 4. Juli 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch IX

Wie bei E. T. - Das ist die Realität?

Wer auf sich hält, steht im Internet – also auch die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch. Da lässt sich fein stöbern – nur nicht, wenn man Näheres über das Konzept der Einrichtung erfahren möchte. Hinter diesem Unterlink verbirgt sich nur eins: eine Liste der Bücher, die Professor Dr. Ruthard Stachowske im Laufe der Zeit geschrieben hat. Die Titel verraten zwar Eingeweihten etwas über den therapeutischen Hintergrund des Leiters, aber wer eilt schon in eine Buchhandlung, wenn er dringend Hilfe braucht und welche Behörde verbringt eigentlich Tage damit, Lesefutter zu verschlingen? Also: Weg von der Theorie, die sich auf diesen Internetseiten nur erahnen lässt.

Das ist die Realität, heißt es in dem Kultfilm E. T. Diese beiden Buchstaben könnten in dieser Serie für “eines Tages” stehen. Und zwar so: Eines Tages muss sich doch herumgesprochen haben, was in dieser Einrichtung wirklich geschieht, meinen immer mehr Eingeweihte. Zurzeit geschehe dies, berichten Großmütter und Mütter von Kindern und Enkeln, die sich immer größere Sorgen machen: “Die Daumenschrauben werden angezogen.”

Auf die für Ruthard Stachowske unerwartet laut gewordene Kritik werde mit Sanktionen und mit der Ankündigung weiterer Sanktionen reagiert. Klingt wie in dem Schreiben des Anwaltes vom 28. Mai 2009 – ist aber doch anders: Angst gehe um. Nicht nur bei den Erwachsenen, auch bei kleinen Kindern, für die es in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch zwei Bereiche gibt, in denen laut Internet-Auftritt ein besonderes Klima herrschen soll.

Wenn jedoch stimmt, was diese Großmütter und Mütter erzählen, dann sind die Wände dieser Kinderbereiche mittlerweile schalldicht. Denn der Professor als Leiter der Einrichtung schreie immer häufiger herum. Das sollen inzwischen sogar Außenstehende mitbekommen haben. Nicht als Besucherinnen und Besucher der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, sondern als Gesprächspartner bei strittigen Themen, die Ruthard Stachowske nach seinem eigenen Belieben anschneiden oder nicht anschneiden wolle. Klappe das nicht, gebe es Zoff.

Wer schreit, hat Unrecht, sagt der Volksmund und was der zu Aussagen wie “Die Kleine ist fröhlich und gesund gewesen, als sie in die Einrichtung kam, jetzt ist sie ängstlich und verwirrt”, “Ich wache manchmal nachts auf, weil ich von Wilschenbruch geträumt habe” oder “Wir sind so froh, dass sich endlich einmal jemand um uns kümmert” sagen würde, soll dahingestellt bleiben. Am besten dort hin, wo es Aufsichtsbehörden gibt, die sich doch endlich einmal vergewissern müssten, ob das hier Veröffentlichte aus der Luft gegriffen ist oder nicht. Wer anderen als mir Strafbefehle zukommen lässt, muss deshalb noch lange nicht mit Generationen gesegnet sein, in denen immer alles auch ohne jede Therapie geklappt hat.

Veröffentlicht am 12. Juli 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch X

Staatsanwalt Lohengrin

“Staatsanwälte küsst man nicht”, heißt eine Krimikomödie aus dem Jahre 1986. Die Hauptrollen haben gespielt: Robert Redford und Debra Winger. “Staatsanwälte informiert man nicht”, heißt möglicherweise eine therapeutische Tragikomödie, die in Lüneburg gedreht wird. Die Handlung: Ein Staatsanwalt bekommt am 4. Juli 2009 das Schreiben eines Anwaltes, in dem für den Fall eines Prozesses mit Handlungen gedroht wird, die jener Jurist selbst als “strafbar” einstuft. Strafbar machen will sich, weil angeblich Notstand herrscht: Professor Dr. Ruthard Stachowske als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch.

Dazu schreibt der Staatsanwalt am 13. Juli 2009 unter dem Aktenzeichen NZS 1109 AR 756/09: “In Ihrer E-mail vom 4. Juli 2009 bitten Sie die Staatsanwaltschaft um die Prüfung des Schriftsatzes von Rechtsanwalt G. dahingehend, ob die Ankündigung auf Seite 2 strafbar sein könnte. Die Staatsanwaltschaft ist nicht befugt, allgemeine Rechtsauskünfte zu erteilen.” Fall erledigt?

Wohl nicht. Denn es braut sich etwas zusammen. Zumindest eine Behörde soll inzwischen einer Frau zu (straf-)rechtlichen Schritten gegen den Professor geraten haben. Der Vorwurf: Verletzung des Datenschutzes zum Nachteil von Patienten. Doch das Drehbuch für die therapeutische Tragikomödie wird noch dicker, denn mir ist zugetragen worden, dass der Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch jüngst “google-Listen” an sein Team verteilt habe, um so genannte “Schweineseiten” aus dem Blickfeld der Internet-Nutzer zu bekommen.

Diese Klick-Geschichte ist mir nicht zum ersten Mal erzählt worden, doch dieses Mal habe ich den Anwalt des Professors und den Geschäftsführer der Jugendhilfe Lüneburg als Betreiberin der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch zu einer Stellungnahme aufgefordert. Die Frist ist herum. High noon. Auch ein Film. Western. Das Drehbuch: Die Gegenseite ist zum Duell nicht erschienen, hüllt sich in Schweigen. Warum? Den Professor gegen diesen Vorwurf verteidigen, müsste doch ein Leichtes sein. Oder: Stimmt die Klick-Geschichte?

„Nie sollst du mich befragen, noch Wissens Sorge tragen, woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam’ und Art!“ heißt es in Wagners „Lohengrin“. Ist eine Oper von Wagner. Zu Beginn sitzt jemand unter einer Gerichtseiche. Von dort ist es oft nicht mehr weit bis zu einem bestimmten Gebäude…

Veröffentlicht am 17. Juli 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XI)

Hund beißt Energiefeld

Professor Dr. Ruthard Stachowske leitet nicht nur die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch - er hat auch ein Energiefeld. Hat jeder von uns. Frauen natürlich auch. Das wird schwer in Mitleidenschaft gezogen, wenn die Suppe anbrennt und der Göttergatte maulend vor der Glotze hockt. Bierflasche rechts - und dann verliert auch noch sein Lieblingsverein. Kaum noch zu reparieren. Aber therapieren kann man das Energiefeld. Lernt man in Seminaren des Institutes für mehrgenerationale Forschung und Therapie (ImFT).

Ein Amerikaner muss schon dabei sein, wenn so was klappen soll, denn jenseits des Großen Teiches haben die kleinen US-Bürgerinnen und US-Bürger erst einen Therapeuten und werden dann getauft. Obama-Land wird laut Institutsseiten vertreten von: „Dr. Rudolf Kaufmann, Virginia, USA, Dipl. Theol, Dr. phil., Gründungsmitglied IFW Weinheim, Lehrtherapeut für Systemische Beratung und Familientherapie, der systemischen Theorie und ihrer Methoden. Dr. Kaufmann hat bereits in den 1950er-Jahren in den USA u.a. bei Virginia Satir studiert und lehrt dieses Wissen seit über 30 Jahren auch im deutschsprachigen Raum. Lehrtherapeut für die Emotional Freedom Technique/Energiefeld-Therapie (EFT), lebt in Virginia“ und kommt häufiger einmal nach Lüneburg.

Seit Alice Schwarzer muss selbstverständlich immer eine Frau dabei sein. Ist im Institut vorhanden mit der Diplom-Sozialpädagogin Heidrun Girrulat, die auch eine Ausbildung als Gestalt- und Familientherapeutin genossen hat.

Hinzu kommt: Professor Dr. Ruthard Stachowske, von dem inzwischen einige zu glauben scheinen, dass sie ihn kennen. Aller guten Dinge sind also ein Institut, zu dem Seminare gehören wie die Abseitsregel zum Fußballspiel. Ob allerdings auch das Energiefeld eines Spielers geschädigt wird, der immer so blöd in die Gasse läuft, dass ihm jedes Mal der Torschuss vor der Schiedsrichternase weg gepfiffen wird, scheint noch nicht erforscht zu sein.

Aber dies: Wir schreiben die 1980er-Jahre und ein klinischer Psychologe beschäftigt sich mit traumatischen Erlebnissen. Dann beißt ihn ein Hund. Kaputt ist danach nicht nur die Hose. Das Bein blutet. Möglicherweise bleibt eine Narbe zurück. Kommt auf die Größe des Hundes an. Doch dieser klinische Psychologe stellt noch mehr fest: nicht nur in ein paar Tagen eine Narbe am Bein, sondern auch im Energiefeld seines Körpers.

Nun müsste man meinen, dass Derartiges schnell wieder wissenschaftlich verworfen wird, doch auf den Institutsseiten wird statt dessen verkündet, dass die nach einem Hundebiss erforderliche Energiefeld-Therapie (EFT) in den 1990er-Jahren weiter entwickelt worden sei - und jetzt endlich auch in Lüneburg angekommen ist. Denn nach derlei Erkenntnissen richte man die eigene therapeutische Arbeit aus, steht ebenfalls auf den ImFT-Seiten.

Schön ist auch der Satz „So ist EFT eine in Europa noch junge Methode, die die 5 000 Jahre alten Erkenntnisse der Akupunktur in die Psychologie einbringt.“ Wo aber - fragt man sich da als Otto Normal-Hundebesitzer - sind eigentlich die Schmerzpunkte der Seele?

Als Journalist lernt man nebenbei geschrieben: „Hund beißt Mann“ ist keine Meldung, aber „Mann beißt Hund“. „Hund beißt Energiefeld“ sicher auch.

Veröffentlicht am 19. Juli 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XII)

Das Gespräch suchen?

„Ich möchte Sie jedoch zunächst ermutigen, sich mit Dr. Stachowske oder seinen Mitarbeiter(innen) über Ihre Recherchen und Einschätzungen direkt auseinanderzusetzen, um auch deren Sicht der Dinge zu erörtern“, antwortet mir Monika Weber-Hornig als Geschäftsführerin des Mainzer Kinderschutzzentrums auf eine Anfrage zu einem Vortrag, den Professor Dr. Ruthard Stachowske im vorigen Jahr in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt gehalten hat. Referent war der Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch bei einem Fachkongress der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutzzentren. Das Thema lautete „Krise und Krisenintervention“.

Eigentlich ist das so: Wenn ein Redakteur recherchiert, lässt er alle Seiten zu Wort kommen. Doch: Ich habe gar nicht recherchiert. In einem meiner blogs haben sich zwei Kritiker des Jugendamtes in Lüneburg und der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch zu Wort gemeldet. Daraufhin schaltete Ruthard Stachowske einen Anwalt aus Hamburg ein, der mir mitteilte: „Das Jugendamt sowie die Einrichtung meiner Mandanten begehen keine strafbare Kindesentziehung, sondern erhalten aufgrund gerichtlicher Entscheidungen der Familiengerichte das Sorgerecht für das jeweils betroffene Kind zugesprochen.“

Kommentare nicht gelöscht

Ergo: Ich sollte die Kommentare wieder löschen. Tat ich nicht. Statt dessen stellte ich das blog http://familiensteller.blogspot.com ins Netz, während der Hamburger Anwalt ein blog nach dem anderen sperren ließ, weil ich dort sein Schreiben veröffentlicht hatte. Dabei berief er sich auf das Urheberrecht. Warum haben die Jugendhilfe Lüneburg als Betreiberin der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch und jener Jurist nicht nach dem Motto gehandelt: „Nun kann man auch unsere Stellungnahme zu diesen Kommentaren lesen – und das ist gut so“? Warum statt dessen: Jeden Morgen werden meine blogs kontrolliert? Und: Warum eine Abmahnung für zwei Kommentare, warum keine für das neue blog?

Außerdem scheint die Vorstellung, man könne sich an einen Tisch setzen und in entspannter Atmosphäre ein Gespräch führen, ins Reich der Illusionen zu gehören. Zumindest, wenn stimmt, was Teammitglieder des Professors berichten: „Wir hatten striktes Verbot, im Internet zu suchen.“ Das erzählen sie unter dem Siegel der absoluten Verschwiegenheit und fügen hinzu, dass sie Angst haben, erwischt zu werden. Das sei bislang immer geschehen.

Da muss man sich doch fragen: Seit wann ist es üblich, dass sich jemand, der eine bestimmte Therapiemethode gelehrt bekommt und sie anwendet, nicht mit Kritik auseinandersetzt? Der Diskurs gehört doch wohl zur Wissenschaft. Das dagegen nach meinem bisherigen Kenntnisstand nicht: Der Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch soll sogar mehreren Quellen zufolge angeordnet haben, dafür zu sorgen, dass meine Seiten in der google-Suchmaschine nach hinten rücken.

Vehemente Verfolgung

Abschließend schreibt jener Anwalt aus Hamburg: „Meine Mandantin ist nicht gewillt, die Verletzung ihrer Rechte und die ihrer Mitarbeiter hinzunehmen. Für die Zukunft kündige ich daher an, dass meine Mandantin die ihr zustehenden Unterlassungsansprüche wegen der Verbreitung rechtswidriger Äußerungen auf Ihrem Internet-blog Ihnen gegenüber vehement verfolgen wird. Ab Kenntniserlangung werden Sie meiner Mandantin für die Aufrechterhaltung oder die neuerliche Verbreitung weiterer rechtswidriger Äußerungen auch schadenersatzpflichtig sein. Meine Mandantin wird daher zukünftig auch Auskunfts- und Schadenersatzansprüche sowie die Erstattung der weiter anfallenden Rechtsanwaltskosten gegebenenfalls von Ihnen einfordern.“

Mandantin ist wohlgemerkt die Jugendhilfe Lüneburg, mit Mitarbeiter ist Professor Dr. Ruthard Stachowske gemeint. Denn: Bislang hat sich bei mir kein einziges Teammitglied gemeldet, das die beiden Kommentare und meine bisherigen Artikel als „Schmähkritik“ einstuft, wie Anwalt und Jugendhilfe das tun. Gemeldet haben sich lediglich Teammitglieder, die aufmerksam lesen, was ich schreibe, und sinngemäß hinzufügen: „Wir haben Angst, dass man uns auf die Schliche kommt.“

Angst ist immer ein schlechter Berater…

Veröffentlicht am 23. Juli 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XIII)

Strafantrag gestellt/Kein Ermittlungsverfahren

Schmähkritik hat Professor Dr. Ruthard Stachowske in zwei Kommentaren vermutet, die in einem meiner blogs erschienen sind. Deswegen bekam ich am 28. Mai 2009 ein Anwaltsschreiben, deshalb wurde ich zur Löschung der Kommentare aufgefordert. Wenn aber der Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch kritische Veröffentlichungen über diese Einrichtung der Jugendhilfe Lüneburg als „Dreckseiten“ einstuft, ist das eine freie Meinungsäußerung? Von mir aus!

Doch der Geschäftsführer der Jugendhilfe Lüneburg, der Anwalt, der zweifellos genau verfolgt, was ich schreibe, weil Ruthard Stachowske das gern juristisch verfolgt hätte, schweigen nicht nur dazu, sie schweigen auch, wenn man sie fragt, ob es stimmt, dass in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch eine google-Liste verteilt worden ist, mit der ein Klick-Wettrennen gegen meine Berichte gestartet worden sein soll?

So geschehen ab 16. Juli 2009. An diesem Tag habe ich Faxe und mails an die Genannten geschickt, habe sie darauf hingewiesen, dass google mein Adsense-Konto am 23. Juni 2009 deaktiviert hat, weil meine Seiten zu einer Gefahr für die Anzeigenkunden geworden seien – eine mögliche Folge dieses Wettklickens. Futsch sind meine Anzeigenerlöse für Mai und Juni 2009, weitere kann ich nicht mehr erzielen.

Mitarbeiter wird nicht geschützt?

Dieses Schweigen ist verwunderlich, die prompte Antwort hätte doch lauten müssen: Ruthard Stachowske hat keine google-Listen verteilt. Dann hätte ich das Gegenteil beweisen müssen. Kann ich zwar, aber warum wird ein Anwalt, der jedes blog in Stundenschnelle hat sperren lassen, in dem sein Schreiben vom 28. Mai 2009 als PDF-Datei erschienen ist, plötzlich so schreibfaul? Und was ist mit der Geschäftsführung der Jugendhilfe Lüneburg als Betreiberin der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch? Die stellt sich nicht mehr schützend vor ihren Mitarbeiter? Der Geschäftsführer soll zwar Urlaub machen, aber erreichbar wird er doch wohl sein oder einen Vertreter haben, der auf solche Anfragen reagiert.

Vielleicht müssen sie jetzt reagieren: Ich habe bei der Staatsanwaltschaft in Lüneburg Strafantrag gegen Ruthard Stachowske wegen der merkwürdigen Vorkommnisse gestellt. Sollte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, würden auch noch andere Dinge auf den Tisch kommen. Beispielsweise diese handschriftlich verfassten Zeilen aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch: „Ich habe die Internetseiten…schmuggeln lassen.“ Geschrieben in diesen Tagen und ein weiteres Indiz dafür, dass stimmen könnte, was Teammitglieder berichten: In der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch soll das Lesen kritischer Artikel sogar den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern untersagt sein.

Anrufe zu später Stunde

Eine Anweisung dieser Art würde an das Verhalten anderer Gemeinschaften erinnern. So heißt es bei den Zeugen Jehovas, die Leitung dulde die Auseinandersetzung mit Kritik nicht. Gibt es in und außerhalb der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch dennoch Querköpfe, sollen sie anderen Berichten zufolge nicht einmal vor Telefonanrufen des Professors zu fast mitternächtlicher Stunde sicher sein.

Drei Stufen muss man in dieser Einrichtung überwinden, dann darf man in eine Wohnung, die zu dieser Gemeinschaft gehört. „Dieses Konzept ist eigentlich toll“, sagt eine Kennerin der Szene und gibt zu bedenken: „Wie dieses Konzept allerdings angewendet wird, steht auf einem anderen Blatt.“

Wie dieser ebenfalls handschriftliche Hilferuf aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch: „…ich bin so allein.“ Gleichfalls geschrieben in diesen Tagen.

Veröffentlicht am 25. Juli 2009

Antwort der Lüneburger Staatsanwaltschaft vom 29. Juli 2008

Ich habe Ihr Vorbringen auf eine mögliche Strafbarkeit des Beschuldigten geprüft. Ein Ermittlungsverfahren kann nur eingeleitet werden, wenn zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat bestehen. Aus ihrer Sachverhaltsschilderung kann ich solche nicht erkennen. Insbesondere liegen keine Anhaltspunkte für einen Betrug vor. Voraussetzung dafür wäre eine Täuschungshandlung. Eine solche ist nicht ersichtlich. Zudem fehlt es an einer für einen Betrug erforderlichen (Dritt-)Bereicherungsabsicht.

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XIV)

Im Namen des Volkes?

„Das Internet macht es den Menschen leicht, ungerechtfertigte Vorwürfe gegen andere zu erheben. Die Anonymität schützt sie“, sagt Matthias Lange, Geschäftsführer der Jugendhilfe Lüneburg, am 12. Juni 2009 in einem Artikel der „Lüneburger Rundschau“. „Rechtsstreiten“ sehe man gelassen entgegen.

Das klingt so, als werde die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch, die sich seit 1993 unter dem Dach der Jugendhilfe Lüneburg befindet, von ehemaligen Patientinnen und Patienten vor Gericht gezerrt. Jeweilige Beklagte oder Angeklagte wäre also die von Professor Dr. Ruthard Stachowske geleitete Gemeinschaft. So weit ist es aber noch nicht.

Vor Gericht in Lüneburg steht am 3. August 2009, 12 Uhr, ein Ehemaliger, der sich nach einem Beitrag des Evangelischen Kirchenfunks, ausgestrahlt am 24. Oktober 2007 auf radio ffn, kritisch im Internet geäußert hat. Nicht anonym. Mit seinem Namen. Nun lautet die Anklage: „Verleumdung“.

Erst der Anfang?

Doch dieser Prozess soll erst der Anfang sein. Das Team des Professors hat umfangreiches Material gesammelt, die Staatsanwaltschaft von Lüneburg beschäftigt sich damit. Möglicherweise intensiv. Denn: Der Anspruch der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ist eine „familienorientierte stationäre Drogentherapie“. Die Wirklichkeit soll sein: Mütter werden schnell von ihren Kindern getrennt, betreuen statt dessen die Kinder anderer Mütter. Teammitglieder, die dem Professor nicht treu ergeben sind, werden unter Druck gesetzt.

Den Prozess hat der Angeklagte mehrfach öffentlich provoziert, er ist nach seinen Angaben so gelassen wie das angeblich Matthias Lange ebenfalls ist. Diesen Geschäftsführer kann man als Redakteur zu Vorwürfen durchaus befragen. Wie ich das als Redakteur am 16. Juli 2009 getan habe. Wissen wollte ich beispielsweise, ob Professor Dr. Ruthard Stachowske seinem Team gegenüber meine Seiten http://familiensteller.blogspot.com als „Dreckseiten“ bezeichnet hat, die man aus dem google-Blickfeld klicken müsse. Eine Antwort habe ich nicht bekommen.

Drogenabhängige Familiensysteme

Zu Wort kommen auf meinen Seiten Betroffene, gewürdigt werden Ausführungen des Professors, in denen er Familienprobleme darauf zurück führt, dass sich „Täter- und Opfergenerationen“ des Zweiten Weltkrieges aufeinander eingelassen haben, in denen er Familiensysteme gelegentlich linear analysiert (Großmutter hat Drogen genommen, deswegen hat Mutter Drogen genommen, deshalb ist die Enkelin bei mir in Drogentherapie).

Auch die „Beweismittel“, die vom Team des Professors zusammengetragen worden sind für diesen und möglicherweise auch für weitere Prozesse, sind eine Betrachtung wert. Was wäre, wenn: Dazu Niederschriften von Schutzbefohlenen gehören, die so lange umgeschrieben worden sind, bis sie dem Professor gefielen? Belohnung dafür: Ein paar Augenblicke mit dem eigenen Kind? Berichten mehrere Mütter, die sich allmählich aus dem Schutz der Anonymität herauswagen.

Durchaus eigenartig ist auch, wie mich dieser Professor zu einer näheren Beschäftigung mit diesem Thema gebracht hat. So: Er schaltete einen Anwalt ein und drohte mir am 28. Mai 2009 mit „vehementer“ Verfolgung seiner Interessen. Anlass waren zwei kritische Kommentare über die Arbeit des Lüneburger Jugendamtes und über die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch.

Damit weckte Ruthard Stachowske mein Interesse. Schnell passten journalistische Mosaiksteine zusammen, die mir von Betroffenen am Telefon oder schriftlich geliefert worden sind. Ein Mosaiksteinchen stammt auch vom am 3. August 2009 Angeklagten. Er berichtet, dass ihm als Mann aus Dachau (= Täter) eine Beziehung mit einer „Zigeunerin“ (= Opfer) negativ angelastet worden sei.

Passt zur oben erwähnten Weltkriegs-Theorie des Professors, die sich nach seiner eigenen Einschätzung wissenschaftlicher Anerkennung erfreut – wie sein Institut, in dem gelehrt wird, ein Hund attackiere per Biss das „Energiefeld“ eines Menschen. Das müsse erst wieder vernarben.

Befragt man als Redakteur dazu Experten, die sich auf dem gleichen therapeutischen Feld tummeln, bekommt man – wie vom Geschäftsführer der Jugendhilfe Lüneburg – keine Antwort!

Könnte spannend werden

Der Prozess am 3. August 2009 vor dem Lüneburger Amtsgericht könnte also einen spannenden Verlauf nehmen, auf http://familiensteller.blogspot.com wird darüber berichtet. Einige werden sicherlich auch im Gerichtssaal vorbei schauen, die Verhandlung verfolgen und gespannt darauf sein, wie eine Lüneburger Richterin derlei bewertet.

Mein Hund sitzt übrigens während der Verhandlung in meinem Auto und stellt somit für kein einziges „Energiefeld“ eine Bedrohung dar. Übrigens: auch sonst nicht.

Doch: Spannend ist am Montag noch mehr. Wie begründet der Staatsanwalt die Anklage? Ermittlungsverfahren dürfen nur bei "zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkten für das Vorliegen einer Straftat" eingeleitet werden. Die Neuapostolische Kirche (NAK) hat es einmal so versucht. Sie behauptete, ich hätte in meinem Buch "Kauft nicht bei Ex-Neuapostolischen" (immer noch zu beziehen über http://stores.lulu.com/hwilmers) den Eindruck erweckt, die NAK behandele ihre Mitglieder wie Hitler die Juden behandelt hat.

Diesen Vorwurf fand ich dermaßen unverschämt, dass ich es auf einen Prozess ankommen lassen wollte. Ist mir nicht gelungen. Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt, die NAK bekam den Hinweis, man könne zivilrechtlich gegen mich vorgehen. Hat sie nicht getan. Das Verleumdungs-Eisen war dieser Glaubensgemeinschaft wohl zu heiß geworden, denn bei einem Prozess hätte ich in aller Öffentlichkeit geschildert, was der Gegenseite so alles eingefallen war, um mich als Kritiker kalt zu stellen.

Veröffentlicht am 30. Juli 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XV)

Geringe Geldstrafe für Verleumdung

Ein umgekippter Laster mit Geflügel bei Ganderkese, die Autobahnen bei Bremen werden wohl nie fertig, auf dem Weg nach Lüneburg eine Baustelle nach der anderen - noch 30 Kilometer, hinein in die Stadt, stolz sind sie hier wohl auf Karstadt, überall Hinweisschilder, ein Parkhaus, rechts ran fahren, eine Passantin fragen: „Wie komme ich zum Amtsgericht?“

„Wenn Sie zu Fuß dahin wollen, kann ich Ihnen das leicht erklären“, sagt sie. „Wenn Sie mit dem Auto dahin wollen, dann nicht!“

Dann eben nicht mit dem Auto! Ein Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt, herrliche Gassen, tolle Fassaden. Unglaublich viele Menschen in der Fußgängerzone. Derweil wird einem Ehemaligen aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch der Prozess gemacht. Wegen Verleumdung des Leiters dieser Einrichtung. Der Angeklagte beantwortet die Fragen der Richterin mit Zeitverzögerung, ist schlecht vorbereitet, scheint keinen einzigen Beweis für seine Behauptungen zu haben. Er spricht leise, ist manchmal kaum zu verstehen.

Der Angeklagte bekommt seine Strafe. Die wird sogar noch halbiert. Mit Rücksicht auf seine finanziellen Verhältnisse: 150 Euro. „Diesen Prozess will ich haben", hat der Angeklagte vor der Verhandlung gesagt. Nach der Verhandlung fragt man sich: Warum?

Nach dem Bummel durch die Altstadt ein Milchkaffee. Mein Hund will unbedingt ins Wasser. Die Gäste amüsieren sich. Dann zurück nach Hause. Dieses Mal über Soltau. Die Brücke, die in den Lüneburger Stadtteil Wilschenbruch führt, ist gesperrt. Kann wieder geöffnet werden. Aber dieser Prozess wird wohl kaum der Grund für diese Sperrung gewesen sein.

Veröffentlicht am 2. August 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XVI)

Der Mond ist aufgegangen

Der Mond ist aufgegangen. Eine Therapeutin blickt sorgenvoll zum Himmel. Nirgendwo eine Wolke. Sie muss vorsichtig sein. Sehr vorsichtig. Lauert die Gefahr im Wald? Kommt sie von der Straße? Wann taucht diese 42-Jährige auf? Ist wieder ihr Freund dabei?

Diese Szene ist frei erfunden. Solche Szenen spielen sich in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch nicht ab. Aber: Überraschungen gibt es. Eine ist am 2. Juni 2007 in der Einrichtung aufgetaucht. Sie heißt: Heike Lemeter. Wohnt in Südniedersachsen. Hat eine Tochter. Damals neun Jahre alt.

Ein gutes Vierteljahr später ist jene Therapeutin immer noch von den Socken. Socken, hat sie inzwischen gelernt, steht für Zigaretten. Wenn also Heike Lemeter zu ihrer Tochter sagt „Bring mir mal ´nen Paar Socken mit“ meint sie Zigaretten. Das berichtet die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch dem Jugendamt einer südniedersächsischen Stadt, diese Behörde leitet diese Information am 6. November 2007 an das Amtsgericht weiter und beklagt sich wie die Einrichtung darüber, dass diese „Geheimsprache“ zwischen Mutter und Tochter „es Außenstehenden schwierig macht, Einblick in die Kommunikation zu erhalten, was ´versteckte Mitteilungen oder Anweisungen´ angeht.“

Heike Lemeter hat die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch am 24. September 2007 wieder verlassen. Einen Tag später klingelt beim Jugendamt das Telefon. Besagte Therapeutin bittet um Rückruf. Bekommt sie und sagt: „Frau Lemeter ist sehr gerissen und sehr raffiniert. So etwas hat die Einrichtung noch nicht erlebt.“ Die besteht da immerhin schon seit 14 Jahren.

„Mit normalen Mitteln der Beweisführung“ sei dieser Mutter nicht beizukommen, ohne Drogen auskommen, werde sie allenfalls zwei bis drei Wochen. Dazu Heike Lemeter, heute 44 Jahre alt: „Ich bin immer noch clean.“

Für Professor Dr. Ruthard Stachowske als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ist am 25. Oktober 2007 noch mehr klar. Die Mutter lügt. Das schreibt er dem Jugendamt der südniedersächsischen Stadt. Die Tochter müsse in der Einrichtung bleiben. Seine erste Begründung für „ein Risiko des Kindeswohls“ ist in diesem Schreiben: „…die Kenntnis des Kindes nach der, da es seit dem 1. August 2007 im Rahmen einer stationären Jugendhilfemaßnahme in unserer Einrichtung untergebracht ist.“

Nicht nur an diesem Satz hat man lange herumzuknabbern, wie dieser Professor eine Abschiedsszene schildert, ist ebenfalls schwer einzuordnen: „Die Kindesmutter hat am 24. September 2007 entgegen dem ärztlichen und therapeutischen Rat die medizinische Rehabilitationsmaßnahme frühzeitig abgebrochen, sie hat sich von einem ´fremden Mann´ aus der Einrichtung abholen lassen und hat ihrer Tochter noch mit auf den Weg gegeben, sie möge jeden Abend zum Mond schauen, die Mama schaut auch zum Mond und dann weißt du, dass ich an dich denke.“

Klingt rührend. Dennoch lautet der nächste Satz des Professors: „Die Kindesmutter Frau Heike Lemeter hat sich durch ein komplexes Störungsbild ausgezeichnet.“ Während sich die Therapeutin fragt: Wenn Socken für Zigaretten steht, wofür steht dann Mond?

veröffentlicht am 30. August 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XVII)

Rüder Umgangston

Mond, der, laut „Bild“-Zeitung seit dem 21. Juli 1969 ein Ami, Durchmesser 3476 Kilometer

Mond, der, von Wanne-Eickel, Lied von Friedel Hensch und den Cypris aus dem Jahre 1962

Mond, der, von Wilschenbruch, Bestandteil einer Geheimsprache zwischen Heike Lemeter und ihrer Tochter, diffus

Meint auch Professor Dr. Ruthard Stachowske als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch am 26. Oktober 2007 in einer Stellungnahme gegenüber dem Jugendamt einer südniedersächsischen Stadt: „Frau Lemeter hat, nachdem sie an einer Operation im Lüneburger Krankenhaus teilgenommen hat, unvermittelt die Behandlung abgebrochen, hat sich mit ihrer Tochter sehr diffus verabredet („schau jeden Abend auf den Mond, ich tue dies auch, dann wissen wir beide, dass wir zusammen gehören“), hat sich dann verabschiedet und ist vom Hof gegangen, um in Auto mit Wolfsburger Kennzeichen zu steigen, dass sie vorher anstelle eines Taxis organisiert hat. Seitdem gibt es nur noch kurze briefliche Kontakte zwischen Frau Lemeter und uns bzw. Frau Lemeter und ihrer Tochter.“

Zumindest einen Brief aber hat die Tochter von Heike Lemeter nie bekommen. Steht in einer gerichtlichen Notiz vom 24. November 2007. Jene Therapeutin der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, die sich ebenfalls über die „Geheimsprache“ beschwert hat, soll demnach zu Protokoll gegeben haben: „In der letzten Zeit habe sich (die Tochter) in der Einrichtung ganz gut eingelebt. Jedoch stände das Kind stets in einer Art Warteposition, da sie nicht wisse, wie lange sie dort bleiben werde und von der Mutter zu hören bekäme, ´ich hole dich da raus´. So sei auch letzte Woche ein Brief der Mutter gekommen, in dem sie geschrieben habe, ´Du bist bald bei mir´. Leider hätten sie den Brief nicht (an die Tochter) weitergeben können, da sich die Situation der ´Warteposition´ sonst verschlimmern würde.“

Nicht erwähnt wird von dieser Therapeutin ein Brief, den die Einrichtung von Heike Lemeter bekommen hat. Er beginnt so: „Ich habe die Einrichtung verlassen, weil ich mit dem, was im Hause so abläuft, nicht klar komme. Die Leute (Klienten) sind wie Roboter, da ist kein Zusammenhalt. Es wird schlecht geredet, viele Drogengespräche und Abhetzerei. Ich bin am Dienstag zu meiner Anwältin gegangen und habe dort versucht, ein normales Gespräch anzufangen. Da erst ist mir richtig bewusst geworden, wie man in drei Monaten richtig verrückt werden kann. Ich bin froh, diese Einrichtung verlassen zu haben.“ Und er endet so: „Anschreien werde ich auch nicht mehr dulden.“

Über den Umgangston in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch beklagen sich viele: Teammitglieder und Patienten. Dazu schreibt die Anwältin von Heike Lemeter am 20. November 2007 an das Amtsgericht: „Ferner kam die Kindesmutter nicht damit zurecht, dass die zu therapierenden Bewohner von dem Pflegepersonal, auch von dem Arzt, äußerst herablassend und beleidigend behandelt werden. So äußerte sich Herr Dr. Ruthard Stachowske, der den vorliegenden Bericht über die Kindesmutter gefertigt hat, einmal gegenüber einem Mitpatienten, der sich gerade eine Zigarette drehte, des Inhalts, er solle sich keine dicke Zigarette drehen. Drehe er sich eine Zigarette oder einen Schwanz. Ferner kam es regelmäßig vor, dass der Arzt Herr Stachowske die Bewohner als ´menschliche Drecksäue´ bezeichnete oder ihnen vorwarf, sie sollten nicht so ´hinterfotzig reden´.“

Davon lenkt der Leiter der Einrichtung ab. Professor Dr. Ruthard Stachowske schreibt am 17. Dezember 2007 an das Gericht: „Die Anwältin von Frau Lemeter zitiert Einzelheiten aus Therapiesitzungen, in denen Klienten in Therapieprozessen in einer sehr deutlichen Weise über sich, ihr familiäres und soziales Klima sowie über Lebenskonflikte berichtet haben.“

veröffentlicht am 31. August 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XVIII)

Bild dir deine Meinung per Fotoapparat?

Der Verfassungsschutz macht es bei Demonstrationen linker oder rechter Organisationen. Die Polizei macht es, wenn Hooligans unterwegs sind. Die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch, die sich unter dem Dach der Jugendhilfe Lüneburg befindet, macht es, wenn sich Ehemalige in einem Lüneburger Café treffen. Oder ist in der Digitalkamera etwa keine Speicherkarte gewesen?

Ohne meinen Hund gehe ich nicht auf Reisen. Darüber freut sich ein Mädchen, das eine Zeitlang einer Hypothese von Professor Dr. Ruthard Stachowske als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch zum Opfer gefallen ist. Diese Hypothese lautete: „Dieses Kind ist übersexualisiert.“

Diesem Mädchen drücke ich in jenem Café die Hundeleine in die Hand, Mike und die Elfjährige gehen nach draußen, lange sind sie allerdings nicht unterwegs.

„Die haben mich und den Hund fotografiert“, berichtet das Mädchen. Aus einem Fenster gegenüber, aus einem Zimmer der Jugendhilfe Lüneburg im zweiten Stock. Ich begleite das Mädchen nach draußen, sehe eine Frau, die eine Kamera in der Hand hält und uns zuwinkt. Soll wohl heißen: „Bitte recht freundlich!“ Nun bin möglicherweise auch ich auf der Speicherkarte.

Nach gut zwei Stunden haben zwei Ehemalige die Nase voll von dieser Fotoaktion. Sie rufen die Polizei. Die kommt, geht in das Haus und beendet dieses Treiben. Eine Mitarbeiterin des Cafés fragt: „Ist schon wieder die Polizei da?“

Schon wieder? Die Mitarbeiterin meint, dass in dem Haus schräg gegenüber junge Mütter mit ihren Kindern wohnen. Das stimmt aber nicht. Kinder werden dort von der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch betreut. Dort gehe es gelegentlich hoch her, erzählt diese Mitarbeiterin, Kinder schreien, Kinder laufen kreuz und quer auf der Straße herum, ein Kind sei kürzlich in ein Rad gelaufen. Sofort sei eine Frau aufgetaucht, habe das Kind geschlagen und von der Straße gezerrt, sie sei dazwischen gegangen und habe dieser Frau geraten: „Wenn Sie Kinder nicht erziehen können, sollten Sie auch keine bekommen!“

Aber Fotos machen können sie in dieser Einrichtung? Meine Antwort: ein weiterer Strafantrag wegen Verstoßes gegen § 201 Strafgesetzbuch und eine Zivilklage wegen Verstoßes gegen mehrere Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Warum eigentlich ist der Geschäftsführer der Jugendhilfe Lüneburg nicht zu diesem Treffen gegangen? Er hat eine Einladung bekommen. Dann hätte er sich ein Bild machen können! Vielleicht hätte er auch ein Foto machen dürfen!

veröffentlicht am 6. September 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XIX)

Nichtwissen als Chance

„Sucht und Drogen im ICF-Modell“ lautet ein Buchtitel von Professor Dr. Ruthard Stachowske, Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch. ICF – was ist das denn? Dazu findet man beim nach eigenen Angaben größten Deutschschweizer Bildungsanbieter im Sozialbereich „Agogis“ diese Definition: „ICF steht für Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit, ein weltweit anerkanntes Modell der Weltgesundheitsorganisation WHO (2001).“ Das zwar nach Auffassung einiger Experten gewisse Schwächen hat, aber gleichwohl als Chance gesehen wird. In das Modell fließen ein: der Mensch als Körper mit seinen Funktionen, der Mensch als Individuum mit seinen Kompetenzen und der Mensch als soziales Wesen mit seiner Fähigkeit zur Teilnahme.

Teilnahme ist auch erwünscht gewesen, als am 20. und 21. Februar 2009 in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch eine Fachtagung stattfand. Zu den Referenten gehörte der Leiter der Einrichtung, der zum Thema „Recht der Kinder auf bestmögliche Versorgung“ dies sagte: „Wir können nicht auf wissenschaftlich gesicherte Wissensbestände zurückgreifen.“ Und dies: „Professionelle Aufträge können nicht ´sicher´ geleitet werden.“ Und auch noch dies: „Ich deute den Zustand des Nichtwissens für mich im positiven Sinne.“

Dann zitierte Stachowske biblische und philosophische Weisheiten über Schwangerschaft und Wohlbefinden des Kindes, beleuchtete das Thema sogar noch zeitgeschichtlich, wobei er den veröffentlichten Folien zufolge in dem von den Faschisten am 14. Juli 1933 beschlossenen „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ per Marker diesen Satz hervorhob: „Ferner kann unfruchtbar gemacht werden, wer an schwerem Alkoholismus leidet.“ Diesen Satz hat dieser Professor während seines Vortrages hoffentlich kommentiert…

Unfruchtbar gemacht worden ist in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch auch jene Frau, die zu einem Frauenarzt geschickt wurde. Der setzte ihr eine Spirale ein. Als sie die Einrichtung wieder verlassen hatte, suchte sie diesen Arzt erneut auf. Die Spirale wurde wieder entfernt. Das alles, sagte sie diesem Mediziner, sei gegen ihren Willen geschehen.

Dazu passen diese Sätze aus einem Brief von Heike Lemeter an die Einrichtung: „Zum großen Teil muss ich sagen, dass mir die Art Therapie, die Sie machen, nicht ganz geheuer ist.” Weiter schreibt sie: „Wie kann man Therapie machen, wenn man den ganzen Tag putzen muss? Das kann ich auch zuhause machen.“ Da war Heike Lemeter schon wieder zuhause und kämpfte noch um ihre Tochter. Fast drei Monate verbrachte sie in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch. „Einzeltherapie ist mit mir nie gemacht worden“, sagt sie.

Auf zwei Einzeltherapiesitzungen in zehn Monaten brachte es eine 34-Jährige, die mit großen Hoffnungen im April 2008 in die Einrichtung kam. Sie berichtet: „Wir wurden damals von einer Sozialarbeiterin in der Entgiftung beraten. Dann habe ich mir im Internet die Seiten von Wilschenbruch angeschaut. Die Einrichtung wurde als sehr kinder- und familienfreundlich beschrieben.“ Also habe sie sich mit ihrem Mann und ihrer vierjährigen Tochter für eine Therapie in Wilschenbruch entschieden. Sechs Wochen später stellte die 34-Jährige fest: „Wir mussten nur putzen, putzen, putzen. Wenn wir uns mal fünf Minuten hinsetzen wollten, kam schon einer und fragte, ob wir nichts zu tun hätten.“

veröffentlicht am 12. September 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XX)

Watergate statt Wilschenbruch?

„Robert Woodward und Carl Bernstein von der ´Washington Post´ deckten die ´Watergate-Affäre´ auf – und lösten damit eine Staatskrise aus“, wird man im Internet an die Wahlkampf-Skandale erinnert, die mit einem Einbruch begannen und schließlich Richard Nixon das US-Präsidentenamt kosteten.


Einen Skandal witterten auch zwei Kommentatoren, die sich vor knapp vier Wochen auf Internet-Seiten zu Wort meldeten, die sich kritisch mit der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch beschäftigen. Sie gaben sich die Namen dieser beiden weltberühmt gewordenen Journalisten und stellten die Behauptung in die Internet-Welt, Drahtzieher negativer Anmerkungen seien „vorbestrafte Kinderpornografen“. Weitere Informationen würden folgen. Folgten aber nicht.

In manchen Fällen plötzlich geschwiegen hat auch schon der Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch. Dokumentiert eine Mutter. Die ist eine Zeitlang für Professor Dr. Ruthard Stachowske eine „Semi-Prostituierte“ gewesen. Dann beklagte sich dieser Doktor der Philosophie gegenüber einer Behörde darüber, dass er über das Nachtleben jener mütterlichen Stadt zu wenig wisse. Gleichwohl war er sicher und ersparte sich später dafür jede Begründung: Eine Frau, die nachts arbeite, könne nur in Rotlicht getaucht werden.

Zu nächtlicher Stunde mehr los als in jener deutschen Stadt ist in Straßburg. Dort befindet sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Der hat jetzt zur Kenntnis genommen, was die beiden Kommentatoren enthüllt haben wollen, als hätten sie die Qualitäten der beiden Watergate-Journalisten. Der Vorgang hat das Aktenzeichen 12487/07. Teilt der Rechtsreferent Müller-Elschner mit.

Weniger mitteilsam ist das Jugendamt von Lüneburg. Ein Mitarbeiter hat zwar am 21. August 2009 versichert, die zuständige Leiterin der Behörde werde sich zur Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch äußern, sobald sie am 4. September 2009 aus dem Urlaub zurück gekehrt sei, das hat sie bislang aber nicht getan. Die Antwort: „In der Einrichtung ist alles in Ordnung“ wäre sicherlich schnell gekommen. Was also hat das bisherige Schweigen zu bedeuten?

Das sich übrigens auch bei der Jugendhilfe Lüneburg als Betreiberin der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch breit gemacht hat. Der Geschäftsführer reagiert auf nichts mehr.

veröffentlicht am 15. September 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XXI)

Aufforderung zum Klage-Tanz

Eine Mutter bittet das Kölner Jugendamt um Hilfe, bekommt sie viel zu spät, darauf reagiert jetzt diese Behörde: Ein unabhängiges Institut soll untersuchen, ob und welche Fehler gemacht werden, wenn es um Kindesmissbrauch geht. Berichtet in diesen Tagen der „Kölner Stadtanzeiger“. Eine solche Überprüfung müsste eigentlich bundesweit stattfinden – bei jedem Jugendamt. Dann würde wohl auch das System Stachowske in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch zusammenbrechen, das nach übereinstimmenden Erfahrungsberichten wie folgt aussieht.


Drogenabhängige Mütter oder Eltern freuen sich darüber, dass sie eine Einrichtung gefunden haben, die angeblich eine familienorientierte Therapie macht. Ist die Familie erst in Wilschenbruch, wird dazwischen gefunkt. Mütter, die bislang mit ihrem Kind zum Arzt oder zum Einkaufen gegangen sind, dürfen das nicht mehr. Arztbesuche und Einkäufe werden vom Team übernommen. Manchmal wissen Eltern gar nicht mehr, wo sich ihr Nachwuchs gerade befindet, außerdem werden ihnen die Kinder anderer Eltern anvertraut. Dazu ist im Internet schon die Frage gestellt worden: „Wenn ich zu doof bin, mich um meine eigenen Kinder zu kümmern, warum bin ich dann klug genug für die Betreuung der Kinder anderer?“

Solche Fragen werden nicht beantwortet. Dafür andere, die niemand gestellt hat. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob Eltern das Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre Kinder noch haben oder nicht. Mal macht sich die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch auf die Suche nach Pflegeeltern außerhalb der Einrichtung, ein anderes Mal wird ein Pflegevater in der Einrichtung gefunden.

Scheint der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs ein geeignetes Mittel für die Zerstörung von Familien zu sein, wird davon Gebrauch gemacht. Auch von Jugendämtern. Eine solche Behörde schreibt am 25. Oktober 2007 an ein Amtsgericht: „Zu Beginn der Unterbringung (des Mädchens) zeigte diese ein auffallend sexualisiertes Verhalten, indem sie sich auffallend lange zurechtmachte und herausputzte.“ Dieser Floh ist diesem Jugendamt von der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ins Ohr gesetzt worden. Der Juckreiz wird gewaltig.

Dagegen könnte man sich doch wehren? Stimmt. Strafantrag wegen Verleumdung stellen beispielsweise. Unverzüglich. Ist möglich. Das Kind aus der Einrichtung holen? Die Presse einschalten? Könnte versucht werden. Die Folge wäre viel zu oft: Die Hoffnung auf baldige Rückkehr der Kinder schmilzt dahin. Jugendämter stellen sich auf die Hinterbeine, Gutachter, die zu wissenschaftlicher Arbeit gar nicht in der Lage sind, verharren im Irrtum.

Zugegeben: Da ist Professor Dr. phil. Ruthard Stachowske als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch anders. Der begnügt sich nur selten mit nur einem Irrtum. Teammitglieder fügen einfach weitere hinzu. So teilt ein Jugendamt einem Amtsgericht mit, eine Mitarbeiterin des Professors habe gesagt: „Die Mutter geht weiter ihrer Sucht nach.“

Dafür allerdings findet ein unabhängiger Gutachter wenige Wochen später nicht den geringsten Anhaltspunkt. Er plädiert dafür, dass die Tochter in einer anderen Einrichtung untergebracht wird, die näher am Wohnort der Mutter liegt. So könne vermieden werden, dass sich Mutter und Kind im Laufe der Zeit immer fremder werden. Nun nehmen wir einmal an, der Kampf um Tochter oder Sohn wird gewonnen. Dann kann es vorkommen, dass sich ein Jugendamt wundert – weil: Wird der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch mitgeteilt, dass ein Kind wieder nach Hause darf, reagiert man nicht mehr.

Bestehen noch Möglichkeiten für eine weitere Trennung, bekommen Behörden Risikoberichte. Beispiel: Ein Gericht entscheidet, dass ein Kind wegen eines solchen Berichtes erst einmal nicht zur Mutter darf, sondern zum Vater kommt, wird eilends auch über ihn ein Risikobericht geschrieben. Wieder vergehen Monate, bis die von der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch erhobenen Vorwürfe vom Tisch sind.

Alles nicht wahr? Alles von mir frei erfunden? Hinweis: Seit dem 28. Mai 2009 droht mir die Jugendhilfe Lüneburg als Trägerin der Einrichtung mit Klage. Klagt doch endlich! Für den Prozess wäre ein größerer Gerichtssaal erforderlich – wegen der Zeuginnen und Zeugen, die ich aufrufen würde. Alle gesund und munter, Berufen nachgehend und ihre Kinder so erziehend, dass man sich nur fragen kann: Sind in der Einrichtung von Professor Dr. phil. Ruthard Stachowske andere Kinder gewesen?

Merke: Drogenkranken stärkt man den Rücken, man tritt ihnen nicht in den Arsch, wie das in dieser Einrichtung viel zu oft geschieht.

veröffentlicht am 28. September 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XXII)

Dieses blog ist ein Skandal

“Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen.


Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen

Sie euch nie über das Wesentliche.

Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme?

Welche Spiele liebt er am meisten?

Sammelt er Schmetterlinge?

Sie fragen euch. Wie alt ist er?

Wie viel Brüder hat er?

Wie viel wiegt er?

Wie viel verdient sein Vater?

Dann erst glauben sie ihn zu kennen.”

Stammt aus dem „Kleinen Prinzen“. Ist ein wundervolles Buch. Sollten alle Kinder lesen. Jeder Erwachsene auch. Nur einer wird diese Geschichte wohl nicht verstehen: der Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch. Für den scheint eher der Spruch von Tolstoi zu gelten: „Grässlich ist der Typ von Menschen, die immer Recht behalten wollen. Sie sind bereit, Unschuldige zu verurteilen, nur um Recht zu behalten.“

Dann leistet man sich auch dies: Im Netz gibt es neuerdings das blog http://tg-wilschenbruch.blogspot.com Verantwortlich dafür zeichnet ein so genannter „Freundeskreis“, der sich so vorstellt: „Wir sind eine Gruppe von ehemaligen Klienten/innen der therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch. Wir haben dort allein/mit unseren Kindern eine stationäre Drogentherapie absolviert und stehen jetzt wieder mitten im Leben.“ Verantwortlich dafür zeichnet jemand, der in einer Außenwohnung der Einrichtung lebt.

So ganz auf eigenen Beinen steht er also noch nicht, stellt man fest, wenn man die Informationen zur Therapiedauer liest, die von der Jugendhilfe Lüneburg als Trägerin der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch im Internet verbreitet werden: „Der stationäre Aufenthalt in unseren Einrichtungen dauert ca. 10 Monate. Dem schließt sich eine ambulante Betreuung an, während der Sie in Lüneburg leben, weiter in Kontakt mit den Mitarbeitern und Klienten bleiben, an Gruppen- und Einzelsitzungen teilnehmen können usw.“ Schließlich arbeite man „familienorientiert“.

Wäre diese Einrichtung tatsächlich „familienorientiert“, könnte allerdings das nicht geschehen: Zum blog gehört ein Beitrag mit dem Titel „Das Wichtigste ist, dass ich drogenfrei bin.“ Er stammt von einer Mutter, die mit ihrem Kind seit zwei Jahren in der Einrichtung lebt. Fast identisch ist er mit einem privaten Brief dieser Patientin an ihre Mutter, die seit Monaten am Rande der Verzweiflung lebt, vom Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch über die Staatsanwaltschaft in Lüneburg wegen eines verbalen Missgriffes einen Strafbefehl bekommen hat und demnächst wieder mit ihrem Mann zum Familiengericht in Lüneburg fährt, weil diese „Familiensache“ einfach kein Ende nehmen will.

Daran scheint der Betreiber dieses blogs auch kein Interesse zu haben, letztendlich verantwortlich dafür zeichnet Professor Dr. phil. Ruthard Stachowske, der bestimmt niemandem erzählen will, dass er als Leiter der Einrichtung nicht weiß, was in einer Außenwohnung geschieht. Veröffentlicht wird in dem Beitrag dieser Satz: „Mit allen Mitteln wollen sie (gemeint ist ihre Familie, der Verf.), dass ich in das alte Leben zurück komme, mit allen Mitteln.“ Wer so was ins Netz stellt, fragt fürwahr nicht nach dem Klang einer Stimme, der hat auch keine Schmetterlinge im Bauch, der hat genau das, was mir sein Anwalt am 28. Mai 2009 geschrieben hat: vehementes Verfolgungsinteresse an allen, die nach seiner Auffassung seine Ehre und sein Vermögen bedrohen.

Gestern Abend sind übrigens Erkundigungen darüber eingezogen worden, woher eine Verwandte dieser TG-Wilschenbruch-Mutter stammt. Die Angerufene brach in Tränen aus. Offenbar will Professor Dr. phil. Ruthard Stachowske wieder einmal eine Familie stellen. Ins Abseits.

In dieser Familiensache dringend erforderlich ist: ein unabhängiger Vermittler. Dazu müsste diese Mutter mit ihrer Tochter aber erst einmal in einer Drogentherapieeinrichtung untergebracht werden, die nicht immer neue Fronten schafft.

Schlussfrage: Was haben eigentlich Außenstehende, die sich über die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch aus gegebenem Anlass informieren wollen, von Beiträgen, in denen Familien derart beschuldigt werden: „Ich war wieder einmal kurz davor, alles dadurch hinzuschmeißen, weil es schwer ist, dies alles auszuhalten“?

veröffentlicht am 1. Oktober 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XXIII)

Stalking im Internet?

Das Böse hat einen Namen: Heinz-Peter Tjaden. Um den scharen sich ein paar anonyme Kommentatoren, die sich auch noch wiederholen. Behauptet ein gewisser Marc Seeheim-Holzer, der in einer Außenwohnung der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch lebt und seit kurzer Zeit ein blog betreibt, in dem die Vorzüge der Einrichtung gepriesen werden, die nach eigenem Bekunden eine familienorientierte Drogentherapie macht.


Er schreibt: „Vielleicht haben Sie uns über Google gefunden, dann wird Ihnen aufgefallen sein, das es Blogs gibt, die sich auf uns ´eingeschossen´ haben und in unserer Einrichtung ´Skandale´ wittern und produzieren wollen. Die Menschen dahinter wissen natürlich, dass eine öffentliche Diskussion über die vermeintlichen Inhalte aus Gründen der Schweigepflicht nach § 203 STGB nicht möglich ist und von uns auch nicht gewollt ist. In sofern sind Anschuldigungen dieser Art natürlich nicht konstruktiv zu verstehen. Falls Sie sich weitergehend damit beschäftigt haben, werden Sie leicht festgestellt haben, das die Vorwürfe nirgendwo belegt sind und überwiegend auf anonymen Kommentatoren beruhen, sich zudem oft wiederholen. Das Internet zeigt hier auch Schattenseiten. Das Phänomen ist auch als ´Cyber-Stalking´ oder ´Internet-Stalking´ bekannt.“

Sic tacuisses, Marc Seeheim-Holzer! Vielleicht kann dieser blog-Betreiber doch noch zum Denker werden! In den von mir veröffentlichten Erfahrungsberichten über die Therapeutische Gemeinschaft (TG) Wilschenbruch taucht auch der tatsächliche Name einer Mutter auf. Die hat sogleich anonyme Anrufe bekommen. Ich selbst schlage mich mit vielen Merkwürdigkeiten herum und mit Kommentaren aus der TG-Ecke, die so mancherlei Andeutung enthalten. Mehr schreibt man nicht wegen § 203 StGB?

Die Vorwürfe sind belegt, sie werden demnächst vor Gericht zur Sprache kommen. Wie die Vorwürfe lauten? Der Leiter der Einrichtung droht sogar dann mit der Polizei, wenn Mütter noch das Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht haben! Er lässt Patientinnen Briefe an Behörden schreiben, in denen Familienmitglieder angeschwärzt werden. Sind diese Patientinnen wieder draußen, entschuldigen sie sich bei den Betroffenen dafür. Derlei befindet sich bereits in den Akten der Lüneburger Staatsanwaltschaft! Ist auch das Stalking?

Bislang ist es doch immer Professor Dr. phil. Ruthard Stachowske gewesen, der von seinen falschen Hypothesen nicht einmal ablassen konnte, wenn Experten bereits zu ganz anderen Schlüssen gekommen waren! Selbst dann rief er noch Behörden und Verfahrensbeteiligte an und tischte so allerlei auf. Über eine drogenfreie Mutter ließ er behaupten, sie beschaffe sich gerade Rauschgift!

Weiter schreibt Marc Seeheim-Holzer: „In der Drogentherapie gibt es nicht nur erfolgreiche Therapieverläufe und die Folgen sind manchmal bitter für die Klienten und ihre Angehörigen. Für die Kinder ist es oft ganz schlimm, wenn Therapien abgebrochen werden oder nicht zu einem drogenfreien Leben führen, hier tragen wir eine große Verantwortung.“ Darin steckt ein wahrer Kern. Doch: Der Leiter der Einrichtung versichert, dass solche Therapien auch beendet werden dürfen. Weil das bitter ist? Für wen?

Ich bekomme täglich viele Anrufe, kenne einige Betroffene inzwischen persönlich. Die Kinder sind fröhlich, gehen zur Schule oder machen eine Ausbildung, die Mütter gehen einer Arbeit nach oder kümmern sich um den Haushalt.

Niemand wittert hier Skandale oder will sie gar provozieren. Es gibt sie: So veröffentlicht Marc Seeheim-Holzer den Hilferuf einer Patientin, die sich bitter über ihre Familie beklagt. Keil für Keil wird in familiäre Beziehungen getrieben. Falsche Reaktionen führen sogleich zu Strafanträgen. So was macht doch niemand, der familienorientiert arbeitet!

Die Jugendhilfe Lüneburg als Trägerin der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch hat mir am 28. Mai 2009 über einen Hamburger Anwalt ein Schreiben zukommen lassen, das auch eine Klageandrohung enthält. Andere blogs sind schnell wieder aus dem Netz verschwunden. Meins aber ist noch da! Warum denn das?

Zum Schluss verrate ich Ihnen noch etwas, Marc Seeheim-Holzer: Jugendämter haben mitgewirkt bei der Rückkehr von Kindern. Vertreten sie allzu lange die Position der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, bekommen solche Behörden sogar Rügen von Richtern! Schwarz auf weiß. Bis dahin haben Mütter bis zu 3 500 Euro für Anwälte und Gerichtskosten ausgegeben. Die kann man zurück klagen…Genau das wird zurzeit in die juristischen Wege geleitet!

veröffentlicht am 4. Oktober 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XXIV)

Doch mit dem Buch kamen die Tränen

Sie erzählt mit ruhiger Stimme. Sie überlegt sich jeden Satz. Sie erzählt ihre Geschichte, als sei es die Geschichte einer anderen Frau. Diese Frau hat von 2004 bis 2006 mit ihren beiden Söhnen in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch gelebt. Ihr Freund war eine Zeitlang dabei. Doch mit einem Buch kamen die Tränen.


Dieses Buch wird ihr in dem Jugendamt einer niedersächsischen Kleinstadt in die Hand gedrückt, Verfasser ist Ruthard Stachowske, Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch. Sie ist überzeugt: „Der Mann kann uns helfen.“ Diese Überzeugung hält nicht lange. Sonja Meier (Name geändert) vergleicht den Alltag in der Einrichtung mit Stachowskes Behauptung, er mache eine familienorientierte Drogentherapie. „Macht er nicht“, sagt sie heute.

Jonas kommt herein. Der Kleine ist elf Jahre alt, sein Bruder sieben. „Noch was?“ fragt der Junge. „Du kannst noch die Badewanne sauber machen“, sagt Sonja Meier. „Okay“, sagt Jonas und verschwindet im Badezimmer.

Dieser Junge sagt über den Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch: „Das ist ein böser Mann.“ Jonas und sein Bruder sind dabei gewesen, als ihre Mutter wieder einmal erniedrigt wird. Angeblich hat sich Sonja Meier nicht an den „Rauchplan“ der Einrichtung gehalten. Darin aufgelistet werden die Rauchpausen. Jetzt gibt es einen neuen Plan. Die Rauchpause während der Kaffeerunde am Sonntag fehlt. Sonja Meier weiß das nicht, will trotzdem eine Zigarette rauchen. Bestraft wird so etwas in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch mit Sanktionen. Heißt: Patienten werden in Klausur geschickt, sollen allein gelassen über ihr angebliches Fehlverhalten nachdenken.

Dann werden alle zusammengetrommelt, Kinder, das Team des Professors der Philosophie, die Patienten. Jemand hält Sonja Meier ein Tablett mit Zigarettenkippen hin. Sie wird gefragt, ob sie jetzt eine rauchen wolle. Jonas bricht in Tränen aus.

„In dieser Einrichtung“, sagt die 34-Jährige, „werden Menschen auseinander genommen. Dann werden sie neu wieder zusammengefügt.“ Gefalle dem Leiter der Einrichtung das Puzzle nicht, müsse man gehen. Sonja Meier auch. Sie wird in eine Selbsthilfegruppe gebracht. Erzählt dort von ihren Erlebnissen, dass ihre Söhne noch in Wilschenbruch sind und inzwischen die dritte Bezugsperson haben.

„Therapie“, sagt Sonja Meier, „Therapie haben die mit mir nicht gemacht.“

Wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 20. Oktober 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XXV)

Doch mit dem Buch kamen die Tränen (II)

Es ist Unsinn

sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe


Erich Fried
(Dichter)

Was es ist

Bestimme ich.

Sagt Ruthard Stachowske

(Philosoph)

Sonja Meier (Name geändert) hat von ihrem Freund einen Brief bekommen. Sie ahnt nicht: Davon gibt es viele. Diese Briefe sind ihr nicht ausgehändigt worden. Die bekommt sie erst, als sie die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch verlassen hat.

Sonja Meier liest den Brief ihres Freundes, es ist ein Abschiedsbrief. Gefühle stürmen auf sie ein: Wut, Enttäuschung, Eifersucht. Mit diesen Gefühlen lässt man sie allein. Sie versinkt, allein gelassen. Nicht zum ersten Mal.

Im System von Professor Dr. phil. Ruthard Stachowske ist wenig Platz für „Es ist, wie es ist, sagt die Liebe.“ Statt dessen empfiehlt er die Trennung. Eines Tages will der Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch sogar den Vater von Sonja Meier verklagen. Dazu kommt es aber nicht. Ist im System von Stachowske auch nicht wichtig. Sein System funktioniert in den mir bekannten Fällen bei Müttern mit Kindern plus Partner so: Zweifel an der Beziehung säen und für die Kinder gedanklich schon einmal eine Pflegefamilie aussuchen. Das ist belegt. In Schriftstücken. Das macht Stachowske aber nicht allein. Dabei hilft immer wieder eine Mitarbeiterin.

Die ist selbst einmal drogensüchtig gewesen. Das scheint sie verdrängt zu haben. Sonst könnte sie dem Professor nicht zur Hand gehen, wenn in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch rechtsfreie Räume entstehen. Einer weiterer dieser rechtsfreien Räume sieht für Sonja Meier so aus: Obwohl sie nun keinen Freund mehr hat, muss sie täglich 1,50 Euro „Konsequenzgeld“ bezahlen, bis sie sich eine Spirale einsetzen lässt. Sie ist nicht die Einzige, die dazu gezwungen wird.

Der dritte rechtsfreie Raum. Auch Sonja Meier berichtet: „Ich musste eine freiwillige Sorgerechtsverzichtserklärung unterschreiben.“ Das ist strafbar, denn niemand darf sich als Richter aller Richter aufspielen. Sorgerechtsentzug ist im deutschen Rechtssystem immer noch das allerletzte juristische Mittel, das erst angewendet werden darf, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

„Ich wollte immer alles richtig machen“, sagt Sonja Meier. Auch das hat ihr nicht geholfen. Sie wird im Drei-Phasen-System des Professor hin- und hergeschubst, mal lebt sie in einer Außenwohnung, dann wieder in der Einrichtung. Zwischendurch „Klausuren“. Allein in einem Raum unter dem Dach eines Hauses in Lüneburg.

Nach zwei Jahren endet ihre Leidensgeschichte. Nun ist sie in einer Selbsthilfegruppe. Sie bleibt in der Stadt. Nach einem halben Jahr sind ihre beiden Söhne wieder bei ihr. Dieses Mal hat das Jugendamt von Lüneburg dem Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch die Stirn geboten. Das tun inzwischen auch andere Jugendämter. Nach einschlägigen Erfahrungen mit dieser Einrichtung.

Stimmt schon: Der Krug geht so lange zum therapeutischen Brunnen, bis jemand berichtet. Hinzu kommt: Betroffene bereiten gerade eine Sammelklage vor. Sonja Meier: „Ich bin dabei.“

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XXVI)

Eine Geschichte in Brief-Schnipseln








Aus einem Brief einer Wilschenbruch-Patientin an eine Drogenberatungsstelle.









Aus dem gleichen Brief.

Zeitpunkt: jüngere Vergangenheit. Ort: Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch. Eine Tochter hat den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen, macht ihr schwere Vorwürfe, schreibt sogar: „(unsere Mutter hätte) lieber unsere ganze Familie in den Tod geschickt…“





Aus einem Brief von Professor Dr. Phil. Ruthard Stachowske, Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, an die Mutter.








Aus einem Brief dieser Tochter an ein Jugendamt.







 
Die Tochter ist nicht mehr in der Einrichtung. Sie schreibt an einen Anwalt und widerruft alle Anschuldigungen gegen ihre Mutter. Sie sei dazu genötigt worden.
 
 
Schlussfolgerung: In dem Brief an eine Mutter hat Stachowske durchaus Richtiges geschrieben. Er hat gegen Gesetze verstoßen.
 
veröffentlicht am 22. Oktober 2009
Brief-Auszüge mit linker Maustaste vergrößern.

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XXVII)

Wie auf Schalke
Richter in Uelzen haben heute vergeblich gewartet: Auf Felix Magath, Trainer von Schalke 04, der Ende März mit seinem Auto zu schnell unterwegs war, und auf Professor Dr. phil. Ruthard Stachowske, Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, für den Anfang Oktober bei einer Spielplatzeröffnung in Lüneburg eine radelnde Mutter zu schnell weg war.


Der Trainer kassierte für sein Nichterscheinen drei Punkte in Flensburg, eine Geldbuße von 320 Euro und einen Monat Führerscheinentzug. Der Philosoph schickte eine Vertreterin zum Termin mit jener Fahrrad-Mutter, die rechte Professoren-Hand kassierte vor Gericht zweimal den Hinweis: „Das tut hier nichts zur Sache.“

Nach diesen Gerichtsterminen bleibt Felix Magath Trainer auf Schalke und hat zwar keine Bußgeldprobleme, dafür aber weiterhin die Geldprobleme seines Vereins, und Ruthard Stachowske bleibt Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch und hat zwar auch keine Bußgeldprobleme, sondern dafür weiterhin Umfrageprobleme, die einer seiner Schutzbefohlenen mit Klicks lösen soll.

Löst er aber nicht, denn bei den Umfragen, die auf http://familiensteller.blogspot.com und auf http://drogenpatienten.blogspot.com gestartet worden sind, überwiegen die Negativstimmen zu dieser Einrichtung, die sich derzeit im Internet mit positiven Erfahrungsberichten schmückt, die man nicht lange auf den Prüfstand stellen darf.

So betrachtet ist in Wilschenbruch vieles wie auf Schalke, heute lautet eine der Schlagzeilen: Magath redet die Probleme klein. Dem Trainer jedoch laufen keine Spieler weg, dem Professor aber die Mütter. Wie an diesem Sonntag Abend erneut geschehen. Diese Mutter hat am Freitag vor Gericht die Wahrheit erfahren, was für die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch immer seltener gut ist. Zwei Tage nach diesem Termin hielt sie es mit Hape Kerkeling: "Ich bin dann mal weg." Kommentar ihres Anwaltes: "Machen Sie mal!"

veröffentlicht am 26. Oktober 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XXVIII)

Prüfstand für einen Erfahrungsbericht

Wieder lautet das Motto „Bild dir deine Meinung“. Auf die seit Monaten geäußerte öffentliche Kritik an der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch reagiert die Einrichtung mit einem eigenen blog, der von Matthias Lange, Geschäftsführer der Jugendhilfe Lüneburg als Trägerin dieser Einrichtung, verantwortet wird. Gepflegt werden die Seiten von einem gewissen Marc, der in einer Außenwohnung lebt und nur positive Kommentare zulässt. Dazu gesellen sich Erfahrungsberichte. Einer begint so:


„Ich bin seit zwei Jahren in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch! Ich bin hier, da ich stark drogenabhängig war und eine sehr starke Abhängigkeit zu meiner Mutter hatte. Was ich denke, ist, dass ich ziemlich viel gelernt habe. Ich habe ein richtig gutes Verhältnis zu meiner Tochter bekommen und kann mittlerweile drogenfrei leben. Wie ich denke, hatte ich überall Höhen wie auch Tiefen, wo ich auch durch meine starke Abhängigkeit von Drogen und auch von meiner Familie fast wieder rückfällig geworden wäre, da ich diesen physischen Druck kaum noch aushalten konnte und es mir dadurch nicht gut ging.“

Klingt dramatisch. Eine Mutter gefährdet das Wohl einer ehemals drogenabhängigen Tochter. Zusammengeschrieben worden ist diese Geschichte aus einem handschriftlichen Brief, der so endet:






Das klingt noch dramatischer. Doch: Die Verfasserin dieses Briefes ist gar nicht mehr in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch. Sie hat die Einrichtung verlassen, weil sie es dort eigenen Angaben zufolge nicht mehr aushielt. Ihre Tochter nahm sie mit. Die Veröffentlichung im blog der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch geschah - sagt sie - hinter ihrem Rücken.

veröffentlicht am 27. Oktober 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XXIX)

4. November 2009

Deine Liebe klebt/Deshalb: neuer Partner

Also lautete der Beschluss, dass auf die Seiten eine Umfrage muss. Gründe: Der Anwalt der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch kündigte in Schreiben an blogbetreiber eine „juristische Klärung“ an und verlangte bis dahin die Löschung meiner Beiträge. Damit war er erfolgreich.

Einmal drohte dieser Anwalt sogar mit einer Einstweiligen Verfügung. Die hätte er gegen mein blog schon vor fünf Monaten erwirken können. Tat er nicht. Jetzt ist ein solcher Schritt noch schwerer geworden, denn seit die Umfrage läuft, heißt es in der Einrichtung: „Die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch bewegt sich.“ Möglicherweise jeden Vormittag und am frühen Abend von Internetcafé zu Internetcafé. Indiz: Dann gibt es positive Stimmen für die Einrichtung. 95 sind es inzwischen.

Das ist auch aus einem anderen Grund erstaunlich: Vor Monaten sind meine Seiten vom Leiter der Einrichtung noch als „Dreckseiten“ bezeichnet worden, die von seinem Team nicht gelesen werden sollten. Das wird in keinem einzigen mir bekannten Anwaltsschreiben bestritten. Mit der Umfrage sind meine Seiten auch für das Team von Professor Dr. phil. Ruthard Stachowske „feine Seiten“ geworden, die man am Vormittag und am frühen Abend besonders gern liest?

Wäre das bisherige Umfrageergebnis aussagekräftig, taucht sogleich die nächste Frage auf: Warum ruft mich niemand von den 95 an und schildert seine „positiven Erfahrungen“? Wäre doch ein Leichtes. Nach entsprechender Überprüfung würde ich solche Berichte sogar veröffentlichen. Wäre allerdings eine Frau am Apparat, würde ich sie auch fragen: „Haben Sie ebenfalls in einer Lüneburger Zeitung eine Bekanntschaftsanzeige aufgegeben?“

Das berichtet eine Ex-Patientin. Eine Zeitlang seien Männer in der Einrichtung wegen solcher Inserate auf Brautschau gewesen, erzählt sie. Sie jedoch sei gar nicht auf Partnersuche gewesen, sie habe bereits einen Freund gehabt. Könnte bedeuten: „Familienorientiert“ bedeutet für Ruthard Stachowske: Suchen Sie sich doch einmal etwas Frisches und Knackiges! Mit einem neuen Partner klappt es auch mit der Therapie! Ergo: In dieser Einrichtung werden nicht nur bewegende Geschichten geschrieben, dort bewegt sich auch so manches in Richtung Grönemeyer: „Deine Liebe klebt“. Deshalb: Bekanntschaftsanzeige.

Also dann, liebe Umfrageteilnehmerinnen und Umfrageteilnehmer: „Kopf hoch! Tanzen“…- nur nicht am 19. November, denn dann wollen der Geschäftsführer der Jugendhilfe Lüneburg und Ruthard Stachowske einer Frau erklären, welche Titel der Herr Professor nun wirklich hat. Könnten auch ein paar von Reinhard Mey dabei sein. Beispelsweise: "Weil es in der Zeitung steht."

Wie im "Spiegel" vom 7. April 2007: "Dabei drohen den Kindern längst nicht nur Verwahrlosung oder Misshandlung. ´Ob jemand süchtig wird, ist kein Zufall, Suchtverhalten wird gelehrt´, warnt der Wissenschaftler Ruthard Stachowske. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder dem Drogenschicksal anheimfallen, sei in einer Suchtfamilie sechsmal höher als in einer normalen Familie. Stachowske leitet die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch im niedersächsischen Lüneburg, wo Kinder und ihre süchtigen Eltern gemeinsam behandelt werden können. ´Es gibt nur eine Handvoll solcher Einrichtungen, aber einen riesigen Bedarf´, klagt der Heimleiter."

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XXX)

8. November 2009
Von Beiträgen, die sich reduzieren

1989 hat Jaecki Schwarz mit Herzrasen in einem Hof gesessen, ihm war schlecht, er bekam keine Luft - Alkoholprobleme hatten den „Polizeiruf“-Kommissar eingeholt, in einem Krankenhaus in Weißensee machte er Entzug, erzählt der Schauspieler heute in „Bild am Sonntag“: „Fünf Wochen später war die Therapie abgeschlossen…“

Hätte Jaecki Schwarz 20 Jahre nach der Maueröffnung diese Alkoholprobleme und würde sich in die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch begeben, könnte er Weihnachten möglicherweise feststellen: „Zu meinen Kollegen habe ich den Kontakt abgebrochen. Im Februar soll mit mir die erste Einzeltherapie gemacht werden. An dem ganzen Schlamassel scheint meine Urgroßmutter väterlicherseits schuld zu sein.“

Denn: Der Leiter der Einrichtung schwört auf mehrgenerationale Therapie. Klingt nach erziehungswissenschaftlichem Mittelalter. Seinerzeit haben sich die Experten darüber gestritten, ob Verhalten ererbt oder angelernt ist. Zeitschriften wurden mit diesem Streit gefüllt, irgendwie einigte man sich darauf, dass Kinder von ihren Eltern etwas mitbekommen, das andere stamme aus dem weiteren sozialen Umfeld. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern…

Vorhang zu und alle Fragen offen? Auch für Ruthard Stachowske. Der weiß manchmal sogar, dass Suchtfamilienkinder sechsmal so gefährdet sind wie andere Kinder. Dann wieder gesteht er in einem Vortrag, dass er nichts weiß. Kenne ich von der Uni. Auch ich habe Sozialwissenschaften studiert. Kaum hatten wir eine Studie intus, gab es die nächste mit gegenteiligen Ergebnissen. Schließlich brach ich dieses Studium ab und konzentrierte mich auf Volkswirtschaftslehre.

In einem Brief merkt dieser Professor an, dass die Lüge wissenschaftlich nicht in den Griff zu bekommen sei - dafür hat die Einrichtung jetzt ein eigenes blog. Dort bedankt man sich seit Freitag für Unterstützung in der Auseinandersetzung mit - notfalls auch zweimal lesen - „Verschwörungstheoretikern“. Die alle gegen sich wähnen: angefangen bei der Lüneburger Lokalzeitung bis hin zu Familiengerichten und Therapeuten.

Damit will sich die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch fortan abfinden. Wenn der Realitätsverlust in dieser Einrichtung nämlich weiter um sich greift, ist anderes auch nicht mehr möglich. Tatsache ist und bleibt: Die Landeszeitung hat einen Kommentar veröffentlicht, der niemals hätte erscheinen dürfen, ob die Staatsanwaltschaft das auch so sieht, bleibt abzuwarten, der Leiter der Einrichtung hat eine Materialsammlung über Ex-Patienten anlegen lassen, mit der er die Staatsanwaltschaft mobilisieren wollte, was zweimal gelungen ist - ein drittes oder viertes Mal könnte für die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch verheerend werden.

Auch das stimmt: Das Jugendamt von Lüneburg hat manchmal viel zu spät auf dem Absatz kehrt gemacht - das ist dieser Behörde vom Familiengericht mehr als einmal bestätigt worden. Andere Jugendämter sind da schon viel weiter, so mancher Therapeut inzwischen auch und Drogenberatungsstellen ebenfalls. Andere werden folgen, sie bitten um Amtshilfe.

In dem blog der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch steht seit Freitag auch, dass sich die „merkwürdigen Beiträge“ über diese Einrichtung „deutlich reduziert“ hätten. Des Merkens würdig sind diese Veröffentlichungen fürwahr, sie haben sich aber nicht von selbst reduziert. Geht gar nicht, weil Beiträge das gar nicht können. Formulierungsvorschlag: „Sie sind reduziert worden.“ Mit Hilfe eines Anwaltes, der mit Unterlassungserklärungen und Einstweiligen Verfügungen nur so um sich gewedelt hat, bis einige Blogbetreiber verschnupft waren.

Hätte dieser Anwalt im Namen seiner Mandantin vor Gericht beweisen müssen, was er im Namen seiner Mandantin behauptet, hätte er Prozessgeschichte geschrieben. Ausverkauftes Haus! Genau das aber will die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch vermeiden. Nichts anderes ist des Pudels Kern…